Die Charité – Universitätsmedizin Berlin veranstaltet am Freitag, den 5. November, ein wissenschaftliches Symposium, in dem die wichtigsten Schwerpunkte, aktuellen Ergebnisse und zukünftigen Ziele der psychosomatischen und psychosozialen Forschung aufgezeigt und mit national und international ausgewiesenen Experten diskutiert werden. Anlass ist die Verabschiedung von Prof. Hans-Christian Deter aus dem aktiven Dienst, der die Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie am Campus Benjamin Franklin der Charité über viele Jahre erfolgreich geleitet hat.
Im Mittelpunkt des Symposiums, das von Prof. Max Karl Einhäupl, dem Berliner Ärztekammerpräsidenten Dr. Günther Jonitz und der Patientenbeauftragten des Berliner Senats Frau Karin Stötzner eingeleitet wird, stehen Forschungsstrategien für Herzkreislauferkrankungen und onkologische Erkrankungen. Patientinnen und Patienten mit koronarer Herzerkrankung und depressiven Verstimmungen stellen ein besonders eindrucksvolles Beispiel für Krankheitsbilder dar, die einer besonderen psychosomatischen Schwerpunktforschung in psychosozialen Diagnose- und Behandlungsstudien bedürfen. Hierzu ist eine psychosomatische Grundlagenforschung eine absolut notwendige Voraussetzung, wie die Erfassung der Appetitregulation bei psychogenen Essstörungen oder die gründliche Analyse psychosozialer Aspekte bei Patienten mit Diabetes mellitus nachdrücklich belegt. Psychosomatische Behandlungen können mittlerweile psychologisch, körperlich und sozialmedizinisch („Kosten-Nutzen“) beurteilt werden, darüber hinaus ist nun auch vermehrt eine differenzierte Bewertung auf der Ebene der Beeinflussung von Gehirnfunktionen möglich. Hier eröffnen sich für die Psychosomatik neue Forschungsfelder, die mit der Dekanin der Charité und dem Dekan des Universitätskrankenhauses Hamburg - Eppendorf, sowie wichtigen Vertreten der deutschen Psychosomatik und erfahrenen Klinikern der Charité diskutiert werden.
Inhaltlich spiegeln die Schwerpunktthemen des Symposiums die jahrelange Forschungsarbeit von Prof. Deter und seiner Arbeitsgruppe wieder. Unter seiner Leitung stand die psychosoziale Interventionsforschung in verschiedenen kontrollierten Behandlungsstudien bei körperlich Kranken und die Arzt-Patienten-Beziehung und ihre Bedeutsamkeit für eine moderne Medizin im Mittelpunkt seines Interesses und dabei insbesondere die Frage, wie die Arzt Patientenbeziehung funktioniert und langfristig verbessert werden kann.
(Quelle: Charité Berlin, 02.11.2010)
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