AG Hochschulmedizin: Schließungspläne wissenschaftlich, ökonomisch und strukturpolitisch verfehlt
Die Arbeitsgemeinschaft Hochschulmedizin lehnt die Pläne der Landesregierung Schleswig-Holsteins zur Schließung der Medizinischen Fakultät in Lübeck ausdrücklich ab. Diese seien „wissenschaftlich, ökonomisch und strukturpolitisch verfehlt", heißt es in einer Stellungnahme der wichtigsten Institution der Hochschulmedizin. Gerade im Hinblick auf den bereits jetzt in vorrangig ländlichen Gebieten anzutreffenden Ärztemangel sei die Schließung der Medizinischen Fakultät Lübeck der falsche Weg, um dem sich in der Zukunft aufgrund der demographischen Entwicklung noch weiter verstärkenden Ärztemangel zu begegnen.
Zudem sei nicht nachvollziehbar, warum die Landesregierung ausgerechnet den Studiengang schließen will, der vom Zentrum für Hochschulentwicklung (CHE) vielfach an Platz eins der Medizinischen Fakultäten in Deutschland „gerankt" wurde. Die sehr gute Qualität der medizinischen Lehre in Lübeck sei auch vom Wissenschaftsrat mehrfach positiv hervorgehoben worden. Durch die Einstellung der Medizinerausbildung in Lübeck würden darüber hinaus viele Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und medizintechnischen Unternehmen, wie etwa verschiedenen Fraunhofer-Arbeitsgruppen, vernichtet.
(Quelle: Bundesärztekammer, 18.06.2010)
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