Mit Tricks und Finten wollen die Arbeitgeber die vom Marburger Bund geforderte bessere Bezahlung der Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern diskreditieren. Ein verbindliches Angebot an den Marburger Bund hat es nie gegeben. In letzten Sondierungen stellte die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) lediglich eine Gehaltssteigerung von 2,9 Prozent für einen Zeitraum von 33 Monaten in Aussicht. Umgerechnet auf ein Jahr wollte die VKA den Ärzten also nur ein minimales Gehaltsplus von deutlich weniger als 1 Prozent zugestehen. Konkret hätte dies bedeutet: Im Jahr 2010 hätten die Ärzte lediglich eine Gehaltssteigerung von 1,1 Prozent bekommen, für 2011 nur 0,5 Prozent und für das Jahr 2012 gar keine Erhöhung (0 Prozent). Damit wäre über die gesamte Laufzeit des Vertrages noch nicht einmal ein Inflationsausgleich garantiert. Faktisch wäre die Erhöhung der Arztgehälter im Jahresdurchschnitt sogar niedriger ausgefallen als die im Februar dieses Jahres vereinbarte Tarifsteigerung für den Öffentlichen Dienst.
Auch die Behauptung der kommunalen Arbeitgeber, es sei den Ärzten eine Erhöhung der Bereitschaftsdienstvergütung um bis zu 24 Prozent angeboten worden, ist unwahr. Fakt ist: Die von den Arbeitgebern behauptete bessere Bezahlung der Nachtdienste sollten die Ärzte nur gegen den Verzicht auf Zusatzurlaub für Nachtarbeit bekommen. Die bescheidenen Verbesserungen sollten von den Ärzten also mehr oder weniger selbst finanziert werden. Am Ende wären weniger als 8 Prozent Erhöhung für die Bereitschaftsdienste übrig geblieben. Hinzu kommt, dass sich die in Aussicht gestellte Erhöhung nur auf die Nachtstunden und nicht auf den gesamten Bereitschaftsdienst bezieht. Auch diese Zahlentrickserei der VKA können die Ärzte nur als reine Provokation empfinden.
(Quelle: Marburger Bund, 12.05.2010)
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