Fast 270 000 Stents jährlich werden bei
Herzpatienten in Deutschland eingesetzt. Der Stent ist eine Gefäßstütze und hat die
Funktion, ein verengtes Herzkranzgefäß nach Aufdehnung dauerhaft offen zu halten.
Eingesetzt wird er zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit und des Herzinfarkts.
Bei der Stent-Therapie kann es zur Verklumpung von Blutplättchen am Stent kommen,
die eine Thrombose und im schlimmsten Fall einen Herzinfarkt zur Folge hat. Um
solchen gefährlichen Blutgerinnseln vorzubeugen, müssen regelmäßig
plättchenhemmende Medikamente wie Acetylsalicylsäure (ASS) und Clopidogrel
eingenommen werden. Nach dem Einsetzen eines unbeschichteten Stents ist für vier
Wochen die kombinierte Gabe von ASS (100 mg) und Clopidogrel (75 mg) notwendig;
ASS sollte lebenslang eingenommen werden. Patienten mit einem
medikamentenbeschichteten Stent müssen ASS und Clopidogrel für sechs oder zwölf
Monate oder länger einnehmen. Anschließend wird die Therapie mit ASS allein über
unbegrenzte Dauer fortgesetzt. ASS kann nur in Ausnahmefällen abgesetzt werden
(lebensgefährliche Blutungen, wichtige Operationen).
Ein koronarer Stent-Pass der Deutschen Herzstiftung und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) hilft Patienten und Ärzten bei der dauerhaften Kontrolle der Medikamenteneinnahme. Bei der Stent-Therapie kommt es sehr auf die konsequente Medikamenteneinnahme an. „Ein vorzeitiges Absetzen der Medikamente ASS und Clopidogrel kann einen Infarkt auslösen“, warnt Prof. Dr. med. Udo Sechtem,
Vorsitzender der Kommission für Klinische Kardiologie der DGK und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Stiftung für Herzforschung. Der Stent-Pass hilft, eine folgenschwere Unterbrechung der Behandlung zu vermeiden, indem Arzt und Patient darin den Therapieverlauf dauerhaft dokumentieren. In den Ausweis kann der Arzt Stent-Art, Datum der Implantation sowie Art und Dosierung der Medikamente eintragen. Zusammengefaltet passt er in jedes Portemonnaie.
(Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie , 22.04.2010)
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