Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer, hat erneut die Entwicklung neuer Auswahlkriterien für den Zugang zum Studienfach Medizin gefordert. Die Abiturnote dürfe nicht die wesentliche Bedingung bleiben.
„Ob jemand für den Arztberuf geeignet ist, lässt sich nicht allein aus dem Schulzeugnis ablesen“, sagte der Ärztepräsident der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (27.02.2010). Die persönliche Leistungsbereitschaft sei ebenso wichtig wie die Begeisterung für den Beruf des Arztes. Viele junge Menschen mit weniger guten Schulnoten verstünden den Arztberuf als Berufung. Bei ihnen spiele Idealismus eine größere Rolle als bei manchem Einserkandidaten. „Wir brauchen einfach mehr junge Leute, die bereit sind, sich den Patienten zu widmen“, betonte der Ärztepräsident. „Dafür müssen wir den Weg ebnen.“
Hoppe warnte, die Folgen des Ärztemangels seien vor allem in ländlichen Regionen spürbar. Viele Ärzte gäben aus Altersgründen ihre Praxis auf, fänden aber keine Nachfolger. In den Krankenhäusern seien ebenfalls viele Stellen unbesetzt. Die Ursachen für fehlenden ärztlichen Nachwuchs lägen auch in der Organisation des Studiums und den Studienbedingungen begründet. Die Finanzierung der ärztlichen Studienplätze müsse langfristig gesichert werden, um die Wettbewerbsfähigkeit und medizinische Versorgung auf hohem Niveau zu erhalten. Die Länder seine gefordert, wieder mehr Mittel in die Hochschulmedizin zu investieren.
„Die Qualität der medizinischen Ausbildung darf nicht länger durch eine schleichende Unterfinanzierung bedroht werden“, sagte Hoppe. „Wir dürfen hier nicht an der falschen Stelle sparen und müssen die Abwärtsspirale bei der Finanzierung der Ärzteausbildung aufhalten.“ Auch die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrike Flach, hatte sich zuvor für ein neues Auswahlverfahren zum Medizinstudium ausgesprochen.
(Quelle: Bundesärztekammer, 01.03.2010)
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