Der Präsident der Bundesärztekammer, Pro. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, hat vor den gravierenden Folgen des Ärztemangels für die medizinische Versorgung in Deutschland gewarnt. Ein deutlicheres Alarmsignal als die unbesetzten Stellen in den Krankenhäusern könne es nicht geben, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (21.02.2010).
Als eine der Ursachen für den Ärztemangel sieht Hoppe die „zum Teil unzumutbaren Arbeitsbedingungen“ für Ärzte. Ein Fünftel der Medizinstudenten würden nach dem Studium nicht in die Weiterbildung im Krankenhaus gehen. Sie entschieden sich für andere Berufsfelder oder wanderten ins Ausland ab. Hoppe forderte, die Arbeitsbedingungen für Ärzte attraktiver zu machen. Dazu gehörten weniger Bürokratie, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, „aber auch eine leistungsgerechte Bezahlung ärztlicher Arbeit“.
Unterdessen appellierte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) an die Krankenhäuser, die Arbeitsbedingungen für Ärzte zu verbessern. „Die Krankenhäuser haben es in der Hand, die Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten attraktiver zu machen. Ich setze hier auf die richtigen Anreize und die Kreativität der jeweiligen Krankenhausleitung. Sie muss für flexible und familienfreundliche Arbeitsbedingungen sorgen“, sagte Rösler in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (21.02.2010). Er sprach sich für neue, attraktivere Arbeitsmodelle aus. Krankenhäuser, die sich heute schon um eine mitarbeiterfreundliche Arbeitsorganisation bemühten, hätten deutlich bessere Chancen, frei werdende Stellen zu besetzen.
(Quelle: Bundesärztekammer, 23.02.2010)
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