Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat gestern die Tarifverhandlungen mit der Vereinigung Berufsgenossenschaftlicher Kliniken (VBGK) abgebrochen, weil die Arbeitgeber auch bei der 3. Verhandlungsrunde am Donnerstag (17.09.2009) kein förmliches Angebot vorgelegt haben. Dabei hatte die Arbeitgeberseite dem Marburger Bund bereits vor Wochen ein mündliches Angebot unterbreitet, auf das man sich in kleiner Runde per „hanseatischen Handschlag“ geeinigt hatte. Kurze Zeit später wollten die Arbeitgeber davon allerdings nichts mehr wissen. „Das ist ein Stück aus dem Tollhaus“, kommentierte Lutz Hammerschlag, Verhandlungsführer des Marburger Bundes, den Wortbruch der VBGK.
Das mündliche Angebot sah vor, die Gehälter der Ärzte ab 1. Januar 2009 um 4 Prozent zu erhöhen und zum 1. April 2010 um weitere 2,4 Prozent. Die Gehaltstabelle sollte bis zum 31. Dezember 2010 gelten. Der Marburger Bund wird nun in Gremiensitzungen darüber beraten, ob die Tarifverhandlungen als gescheitert anzusehen sind. In diesem Fall könnte eine Urabstimmung eingeleitet werden, in der die MB-Mitglieder in den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken über Arbeitskampfmaßnahmen entscheiden.
(Quelle: Marburger Bund, 18.09.2009)
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