Eindringlich hat der Mainzer Bischof Kardinal Lehmann gestern auf dem 2. Hessischen Heilberufetag in Wiesbaden vor einer zunehmenden Beschädigung des Vertrauensverhältnisses zwischen Ärzten und Patienten gewarnt. Zu viele gesetzliche Verordnungen seien hier unangebracht. "Wenn dieses Verhältnis nicht mehr besteht, nutzen uns alle Gesetze nichts mehr", erklärte Lehmann.
Angesichts der Probleme des Gesundheitswesen und des schwindenden Interesses junger Menschen an dem Arztberuf forderte Lehmann Politiker und Gesellschaft zu mehr Behutsamkeit und Sensibilität im Umgang mit der Ärzteschaft auf. Dabei wurde aus der Diskussionsrunde des Heilberufetages auch deutliche Kritik an Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt laut, da sie die Priorisierungs-Vorschläge des Präsidenten der Bundesärztekammer, Prof. Jörg-Dietrich Hoppe, auf dem Deutschen Ärztetag in Mainz als menschenverachtend bezeichnet hatte.
Mit Blick auf die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise äußerte Lehmann die Hoffnung auf ein gesellschaftliches Umdenken. Dazu gehöre, dass der verantwortungsbewusste Umgang mit den knappen Ressourcen in den Mittelpunkt rücke. "Wenn wir meinen, wir müssten wieder zu unseren alten Gewohnheiten zurückkehren, haben wir nichts aus der Krise gelernt", mahnte der Kardinal.
(Quelle: Landesärztekammer Hessen, 04.06.2009)
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