Das Präsidium und der Krankenhausausschuss der Landesärztekammer Hessen haben die geplante Einführung des Bachelor-Abschlusses im Studiengang Medizin scharf kritisiert. "Wir fordern die Landesregierung auf, die Planung und Umstellung des Medizinstudiums auf das zweistufige Bachelor-/Master-Studiensystem zu stoppen," erklärte das Präsidium in Übereinstimmung mit einem auf der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer eingebrachten Antrag des Krankenhausausschusses.
Ziel der Bologna-Deklaration sei es gewesen, europaweit einheitliche Studienabschlüsse, eine verkürzte Studiendauer und bessere Berufschancen für Hochschulabsolventen zu erreichen. "Für Medizinstudenten ist der Bachelor allerdings weder sinnvoll noch notwendig," unterstrich von Knoblauch zu Hatzbach. "Im Unterschied zu vielen anderen Studiengängen ist für Ärzte bereits durch die EU-Richtlinie 93/16/EWG eine gegenseitige Anerkennung von Studienabschlüssen geregelt."
Das zweigliedrige Studiensystem bringe ausschließlich Nachteile mit sich, da für einen Medizin-Bachelor kein Berufsbild im ärztlichen Bereich existiere. Auch biete eine sechs- oder achtsemestrige Bachelor-Ausbildung nicht den hohen Qualitätsstandard eines langjährigen Medizinstudiums. Das zweistufige System laufe zudem der deutschen Approbationsordnung zuwider, die ab dem ersten Semester Theorie und praktische Anwendung miteinander verbinde. "Sollte mit der Hochschulreform die Absicht verknüpft sein, Geld beim Medizinstudium zu sparen, wird dadurch letzten Endes die medizinische Versorgung der Bevölkerung gefährdet," erklärte von Knoblauch zu Hatzbach.
(Quelle: Landesärztekammer Hessen, 02.04.2009)
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