„Unbeschadet von der weltweiten Finanzkrise haben die MEDICA sowie die COMPAMED ihre führende Stellung als Weltforum der Medizin eindrucksvoll bestätigt. Das veranstaltungsstärkste Jahr in der Geschichte der Messe Düsseldorf hat einen runden Abschluss gefunden“, bringt Wilhelm Niedergöker, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, den Erfolg der beiden Veranstaltungen auf den Punkt. An den vier Laufzeit-Tagen (COMPAMED drei Lauftage) wurde einschließlich des begleitenden MEDICA-Kongresses und des Deutschen Krankenhaustages mit insgesamt 137.000 Fachbesuchern nahtlos an das hervorragende Vorjahresergebnis angeknüpft.
Gut 40 Prozent der Besucher kamen aus dem Ausland. Die 4.313 Aussteller der MEDICA thematisierten das komplette Spektrum an neuen Produkten, Dienstleistungen und Verfahren für den Einsatz in Arztpraxis und Klinikum. Neben dem traditionell sehr hohen Interesse für Medizintechnik und Elektromedizin waren insbesondere physiotherapeutische Verfahren und medizinische IT stärker nachgefragt. Ihrem Ruf als Branchenveranstaltung für Entscheider ist die MEDICA, 40. Weltforum der Medizin, ebenfalls wieder gerecht geworden. Fast 90 Prozent der Fachbesucher sind an relevanten Investitionsentscheidungen mindestens beratend beteiligt, rund 70 Prozent sogar ausschlaggebend oder mitentscheidend. Passend dazu berichteten die Aussteller in zahlreichen Gesprächen von einem insgesamt investitionsfreudigen Publikum.
„In Zeiten erschwerter Kreditvergabe werden Investments besonders kritisch hinterfragt. Das Fachpublikum der MEDICA und COMPAMED zeigte deshalb vor allem ein hohes Interesse an effizienten Verfahren für straffe Behandlungsabläufe. Mit vielen der vorgestellten Innovationen lassen sich beachtliche Einspareffekte erzielen“, unterstreicht Wilhelm Niedergöker die Qualität des gezeigten Angebotes. Beispielhaft anzuführen sind Telemedizin-Applikationen für die Radiologie oder Pathologie. Sie ermöglichen es, Bilddaten zwecks Befundung schnell und unkompliziert in Kliniknetzwerken zu Experten an entfernten Standorten zu übermitteln.
Geht es etwa darum, einem Chirurgen während einer Operation mittels mikroskopischer Schnellschnitt-Bilder die Grenzen seines Eingriffs an einem Tumor aufzuzeigen, liefert eine solche telemedizinische Verfahrensweise schnelle Ergebnisse. Lange Narkose- und Operationszeiten lassen sich reduzieren. Die Anwesenheit des Labormediziners im OP-Saal ist nicht zwingend erforderlich.
Welches Einsparpotenzial durch konsequenten Einsatz moderner Medizintechnik ausgeschöpft werden kann, belegt auch eine im Vorfeld der MEDICA veröffentlichte Studie der der Technischen Universität Berlin, der Unternehmensberatung Droege & Comp. und der Industrieverbände SPECTARIS und ZVEI. Demnach kann im deutschen Gesundheitssystem durch den Einsatz fortschrittlicher Technik mindest eine Summe von 2,7 Mrd. Euro eingespart werden.
Beispiele für die enorme Innovationsfreude und Leistungsfähigkeit der medizintechnischen Industrie ließen sich in allen Angebotsbereichen der MEDICA 2008 ausmachen. „Die Produkte und Geräte werden immer kompakter und sind immer einfacher zu bedienen. Sie können fast überall angewendet werden, im Homecare-Bereich sogar durch den Patienten selbst“, beschreibt Horst Giesen, Projektleiter der MEDICA und COMPAMED, einen wichtigen Trend.
Vorbeugende Diagnostik liegt im Trend
Hinsichtlich der Labormedizin geht die Entwicklung eindeutig in Richtung einer vorbeugenden Diagnostik, die eine Früherkennung von Krankheiten ermöglicht. Anzuführen sind diesbezüglich etwa Diagnoseapplikationen auf Basis molekularmedizinischer Erkenntnisse. Verstärkt rücken hier Eiweiße (Proteine) in den Blickpunkt der Analytik. Bewährt haben sich bereits Tests für den analytischen Nachweis oder den Ausschluss eines Herzinfarkt-Proteins. Dieses Protein gelangt nach dem Absterben von Herzmuskelzellen in die Blutbahn und kann durch einen entsprechenden Schnelltest bereits drei Stunden nach der Schädigung nachgewiesen werden. Ein weiteres Beispiel für Fortschritte in der Labordiagnostik mit Proteinen ist der so genannte „PSA-Test“. Er liefert Hinweise auf das mögliche Vorliegen eines Prostata-Tumors.
Ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein sowie veränderte Ansprüche der Patienten erklären unterdessen den Boom der MEDICA im Bereich der Physiotherapie und Orthopädietechnik (mit fast 500 Ausstellern). Hier liegt das Augenmerk hinsichtlich der Anwendung innovativer Geräte für die physiotherapeutische Behandlung vermehrt neben Maßnahmen der Rehabilitation (z. B. nach Unfällen oder Operationen) auf dem präventivem Einsatz. Im Blick haben die Anbieter dabei auch die „Golden Ager“. Vorgestellt wurde beispielsweise im Rahmen der MEDICA 2008 ein medizinischer Trainingsparcour mit altersgerechten Geräten für die Generation „70plus“. Gedacht ist an einen Einsatz in Geriatriekliniken und Pflegeheimen.
Im Angebotsbereich der Medizintechnik und Elektromedizin sind es die bildgebenden Verfahren, die Jahr für Jahr besonders im Fokus des Besucherinteresses stehen. Zur MEDICA 2008 präsentierten die marktführenden Hersteller zum Beispiel jeweils ihr umfangreiches Geräteprogramm für die Ultraschalldiagnose. Ob Kompaktgerät für den Notfallkoffer oder „Highend“-System für die klinische Diagnostik – die Anbieter haben die passende Lösung. Präsentiert wurde zum Beispiel ein regelrechtes Ultraschall-Multitalent. Das neuartige System ermöglicht den Abgleich von Ultraschallbildern mit archivierten Patientendaten aus der Computer- oder auch Magnetresonanztomografie. Durch den kombinierten Einsatz von Bildern unterschiedlicher bildgebender Verfahren lässt sich die Diagnosesicherheit erhöhen.
Im Trend: IT-Vernetzung
Auch ihre Rolle als Trendsetter für die medizinische Informations- und Kommunikationstechnik konnte die MEDICA (425 Aussteller mit Angeboten zu diesem Thema) erneut unter Beweis stellen. Fast 40.000 Fachbesucher interessierten sich für dieses Angebotssegment. Top-Thema waren hier IT-Applikationen, die die Vernetzung der Akteure im Gesundheitswesen zu realisieren helfen. Zahlreiche Softwareunternehmen thematisierten ihre Lösungen für digitale Patientenakten, welche sogar abrufbar sind über mobile Endgeräte wie zum Beispiel Smartphones. Getrieben wird die Nachfrage nach modernen IT-Lösungen vor allem durch neue Versorgungsformen im Gesundheitswesen. Wenn Kassen im Rahmen einer integrierten Versorgung selektiv mit ambulanten und stationären Leistungserbringern Verträge abschließen, verlangt dies nach einer guten Kommunikation zwischen den Vertragspartnern und nach einer entsprechenden Dokumentation des Behandlungsprozesses. Ein weiteres IT-Thema u. a. auch im Rahmen des Telemedizinforums MEDICA MEDIA war die benötigte Soft- und Hardware im Zusammenhang mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarten.
Kongress-Programm bot viele Highlights
Der MEDICA Kongress bot auch in 2008 wieder ein großes Spektrum an medizinischer Fort- und Weiterbildung in Form von Kursen, Seminaren und Diskussionsforen an. Viel Beachtung unter den Teilnehmern fanden die Angebote zur Herz-Kreislauf-Medizin sowie zu weiteren großen Volkskrankheiten wie z. B. Diabetes oder Demenz. Dr. Julia Rautenstrauch, Generalsekretärin der MEDICA – Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Medizin e. V., weiß von weiteren Hightlights mit hohem Publikumsinteresse zu berichten: „Stark nachgefragt waren auch die Kurse, die praktische Übungen an neuen Geräten ermöglichen, beispielsweise zu Ultraschall oder Mikroskopie. Die neu ins Programm aufgenommenen Seminare zur Palliativmedizin waren ebenfalls Renner!“
Unter dem Generalthema „Qualität hat ihren Preis!“ standen die Vorträge, Foren und Seminare des 31. Deutschen Krankenhaustages. Rund 1.800 Teilnehmer aus Kliniken und der Gesundheitspolitik informierten sich über krankenhausrelevante Fragestellungen vor dem Hintergrund des aktuell durchgreifenden Strukturwandels im deutschen Gesundheitswesen.
COMPAMED 2008 – Zulieferer präsentierten Hightech vom „Feinsten“
Parallel zur MEDICA präsentierten auch die 519 Aussteller (Vorjahr: 450) der COMPAMED Hightech vom „Feinsten“. In den Hallen 8a und 8b boten die Zulieferer für die medizintechnische Industrie eine beeindruckende Bandbreite an Produkten und Systemlösungen, z. B. neue Materialien, Bauteile, Verpackungen oder auch komplexe Verfahren aus dem Bereich der Mikrosystemtechnik.
Insgesamt zeichnet sich verstärkt der Trend ab, dass Zulieferer nicht nur einzelne Komponenten liefern, sondern sogar in die Rolle des Auftragfertigers für komplette medizintechnische Geräte und Produkte schlüpfen. Mit Bezug auf den Materialbereich lässt sich unterdessen der Trend ausmachen, dass Kunststoffe für die Verwendung in der Medizintechnik noch weiter in den Fokus rücken werden. Schon jetzt bestehen fast 50 Prozent aller weltweit hergestellten Medizinprodukte bereits aus Kunststoff – Tendenz stark steigend. Häufig müssen die Kunststoffkomponenten mit anderen Bauteilen z. B. aus Metall oder Keramik verbunden werden. Auch die dafür benötigten Verfahren wie etwa neu entwickelten laserbasierte Verbindungstechniken waren Thema der COMPAMED.
Ein Schwerpunkt der Vorträge des COMPAMED-Forums in Halle 8a bildeten Aspekte rund um Produktentwicklung. Die Stände der COMPAMED-Aussteller waren von Beginn an sehr gut frequentiert. 15.000 der insgesamt 137.000 Fachbesucher von MEDICA und COMPAMED interessierten sich speziell für das Angebot der international führenden Zulieferermesse.
Termin der nächsten MEDICA in Düsseldorf: 18. - 21.11.2009 (COMPAMED bis 20.11.2009).
Aktuelle Informationen sind abrufbar im Internet:
http://www.medica.de und http://www.compamed.de
Die Termine der nächsten internationalen Medizinmessen der MEDICA-Group sind:
ZDRAVOOCHRANENIJE Moscow, 08. – 12.12.2008
MEDICAL FAIR INDIA Mumbai, 27. – 29.03.2009
CHINA MED Beijing, 04. – 06.04.2009
HOSPITALAR Sao Paolo, 02. – 05.06.2009
MEDICAL FAIR Thailand Bangkok, 16. – 18.09.2009
(Quelle: medica, 29.11.2008)
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