In einem im deutschsprachigen Raum einmaligen Forschungsprojekt unter der Leitung von PD Dr. Thorsten Langer (Abteilung für Pädiatrische Hämotologie und Onkologie unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Holter) untersuchen Ärzte der Kinder- und Jugendklinik (Direktor: Prof. Dr. med. Dr. h. c. Wolfgang Rascher) mögliche Spätfolgen nach der Therapie kindlicher Krebserkrankungen. Dank einer großzügigen Förderung der Madeleine Schickedanz Kinderkrebsstiftung in Höhe von 120.000 Euro konnte die Forschergruppe jetzt für zwei Jahres durch den Arzt Dr. Ronny Jung und die Projektassistentin Marion Peters verstärkt werden.
Im Rahmen des Late Effects Surveillance System (LESS) in Erlangen werden bundesweit Spätfolgen-Daten für ausgewählte Krebsdiagnosegruppen gesammelt. Durch die Auswertung dieser Daten konnten zahlreiche Nachsorgeempfehlungen für krebskranke Kinder und Jugendliche im deutschsprachigen Raum erstellt werden. Dabei rückte die Analyse von Spätfolgen nach Ende der Hirntumortherapie in den Fokus der wissenschaftlichen Untersuchungen. Es konnte nachgewiesen werden, dass endokrine Spätfolgen am häufigsten und auch noch nach vielen Jahren bei ehemaligen Hirntumor-Patienten auftreten. Aktuell werden Kinder und junge Erwachsene mit einem Hirntumor (PNET/Medulloblastom, Ependymom) im Rahmen der multizentrischen Therapieoptimierungsstudie HIT-2000 (Studienleiter: PD Dr Stefan Rutkowski, Würzburg) behandelt. An diese Studie wurde in der Kooperation mit Prof. Dr. Helmuth-Günther Dörr (Schwerpunkt Kinder-Endokrinologie und Diabetologie, Kinder- und Jugendklinik Erlangen) eine prospektive endokrinologische Untersuchung der LESS Arbeitsgruppe angeschlossen. Die aktuelle Studie bietet die Möglichkeit, frühzeitig die Auswirkungen der Tumortherapie auf den kindlichen Organismus zu untersuchen und die Therapie zu optimieren. Weitere Infos: http://www.kinderkrebsinfo.de
Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel "familiengerechte Hochschule".
(Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 25.11.2008)
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