Nach einer Amputation verändert sich das Gehirn oft so, dass Patienten im fehlenden Körperteil Schmerzen spüren. Spiegeltherapie und Magnetstimulation können diese Gehirnveränderungen positiv beeinflussen und den Phantomschmerz lindern. Für eine Studie zur Wirksamkeit dieser nicht-medikamentösen Behandlungsmethoden bei Phantomschmerzen sucht das RUB-Klinikum Bergmannsheil Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer zwischen 18 und 75 Jahren, die unter Phantomschmerzen nach der Amputation einer Hand oder eines Armes leiden. Interessierte Patienten können sich an Dr. Philipp Stude wenden: Tel. 0234/302-3507 (14 - 16 Uhr), E-Mail: schmerztherapie@bergmannsheil.de.
Im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbs start2grow wurden am Freitag im Dortmunder Harenberg City-Center wieder einmal herausragende Geschäftskonzepte prämiert. Sieben Finalisten waren aufgerufen, um die über 20-köpfige Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen von ihren Ideen zu überzeugen. Durchgesetzt hat sich letztendlich das Team Cardiac Research, das sich Platz 1 und somit 30.000 EUR Preisgeld sichern konnte.
Angetreten war die Cardiac Research GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der Herzzentren Bad Rothenfelde, Dortmund, Duisburg und Wuppertal sowie der Universität Witten/Herdecke, mit einer neuen und kostengünstigeren Technologie zur Diagnose von schweren, erblichen Herz-Kreislauferkrankungen. "In sehr vielen Familien sind schwerste Herz-Kreislauferkrankungen bei mehr als nur einem Familienmitglied zu verzeichnen", so Priv.-Doz. Dr. Thomas Scheffold, Inhaber des Lehrstuhls für experimentelle Kardiologie an der Universität Witten/Herdecke und ärztlicher Leiter der Cardiac Research. "Umso erstaunlicher ist es, dass sich die Erkenntnis noch nicht durchgesetzt hat, dass neben Lebensstil, Rauchen, Stress etc. auch erblich bedingten Faktoren eine große Rolle spielen.
Ursachenbekämpfung statt Symptombehandlung
Beide Therapieansätze, die Spiegeltherapie und die so genannte transkranielle Magnetstimulation (TMS), zielen nicht auf die Symptome, sondern auf die Ursache der Phantomschmerzen. "In zahlreichen EEG- und Kernspintomographie-Studien mit amputierten Patienten konnte eine Veränderung von Gehirnfunktionen festgestellt werden, die für die Verarbeitung von Schmerzempfindung verantwortlich sind", so Studienleiter Dr. Philipp Stude aus der Neurologischen Klinik des Bergmannsheil. Das Ausmaß der Veränderungen steht in einem erkennbaren Zusammenhang mit der Stärke der Schmerzen. "Dabei sind die Areale im Gehirn, in denen die Reize ankommen, bei der amputierten Extremität deutlich kleiner als die der gesunden Gegenseite", so Stude.
Spiegeltherapie und Magnetstimulation
Mit den nicht-medikamentösen Verfahren versuchen die Wissenschaftler, die Veränderungen der Gehirnfunktionen wieder zu normalisieren. Die Spiegeltherapie wird im Bergmannsheil seit zwei Jahren eingesetzt und erzielt in der klinischen Routine zum Teil sehr gute Erfolge. Dabei werden spezielle Übungen an der gesunden Gliedmaße vor einem Spiegel durchgeführt und dem Gehirn auf diese Weise vorgetäuscht, die amputierte Extremität führe die Übungen aus. Bei der transkraniellen Magnetstimulation werden die Gehirnregionen, in denen die Schmerzempfindung gestört ist, direkt durch Magnetimpulse beeinflusst. Für unterschiedliche chronische Schmerzerkrankungen konnte der therapeutische Effekt bereits nachgewiesen werden. Die Studie soll nun die Wirksamkeit der beiden Verfahren erstmals wissenschaftlich belegen. Damit wollen die Forscher gleichzeitig eine alternative, nebenwirkungsarme Therapie für Patienten mit Phantomschmerzen etablieren.
(Quelle: Ruhr-Universität Bochum , 24.11.2008)
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