Eine verstärkte Hinwendung der Landesärztekammer zu jungen Ärzten und Medizinstudenten kündigte Ärztekammerpräsident Dr. med. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach am vergangenen Samstag auf der Delegiertenversammlung in Bad Nauheim an.
Eine aktuelle Umfrage der Ruhruniversität, nach der ca. 72% der befragten Studierenden der Medizin sich nach Studiumsabschluss eine Berufsausübung außerhalb Deutschlands vorstellen könnte, mache deutlich, dass die bedrückenden beruflichen Rahmenbedingungen ihren Einfluss schon auf die Studierenden nicht verfehlten.
Von Knoblauch berichtete, dass allein im Jahr 2007 75 Ärztinnen und Ärzte Hessen verlassen hätten, um endgültig ins Ausland zu gehen. 2008 seien es bisher 54 Mitglieder. "Sie werden in anderen Ländern gebraucht, die ihnen beispielsweise humanere Arbeitszeiten und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bieten. Das müssen wir auch hierzulande erreichen", unterstrich von Knoblauch. Die Politik müsse endlich verstehen, dass es sich zum Wohl der Patienten lohne, in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen derer, die bereits im Gesundheitswesen arbeiten oder künftig dort arbeiten wollen, zu investieren. "Sonst bricht uns der Nachwuchs weg." Damit der Arztberuf auch für Berufsanfänger wieder attraktiv werde, werde sich die Kammer intensiv für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen einsetzen.
(Quelle: Landesärztekammer Hessen, 24.11.2008)
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