Eine große Herausforderung in zwei Kliniken und in zwei Bundesländern: Prof. Dr. Rainer Christian Wirtz ist neuer Ärztlicher Direktor der Neurochirurgie am Universitätsklinikum Ulm und der Neurochirurgie des Bezirkskrankenhauses Günzburg.
"In der Praxis handelt es sich um eine Neurochirurgische Universitätsklinik mit zwei Standorten", erläutert der 47-Jährige, der bereits seit einigen Wochen regelmäßig zwischen der bayerischen und der baden-württembergischen Seite pendelt.
Professor Wirtz studierte an der RWTH in Aachen. Zuletzt war der Neurochirurg am Universitätsklinikum Heidelberg als Leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der Neurochirurgischen Klinik tätig.
Am Universitätsklinikum Ulm (14 Betten) und am Bezirkskrankenhaus Günzburg (52 Betten) kann der neue Ärztliche Direktor nun ein neurochirurgisches Leistungsspektrum anbieten, das in seiner therapeutischen Breite so kaum an anderen Kliniken in Deutschland zu finden ist.
Insbesondere die Neurochirurgische Klinik am BKH Günzburg hält europaweit einen der modernsten Operationstrakte für neurochirurgische Eingriffe vor. In idealer Ergänzung zum umfassenden Leistungsspektrum in Günzburg liegt der zusätzliche Schwerpunkt der Neurochirurgie am Universitätsklinikum Ulm vor allem in der Notfallversorgung von Patienten, die z. B. schwere Wirbelsäulen- oder Schädel-Hirn-Verletzungen in Folge eines Unfalls erlitten haben. Zu den Forschungsgebieten von Professor Wirtz, der an der Universität Ulm auch Lehrstuhlinhaber für Neurochirurgie ist, zählen insbesondere computerassistierte Operationsverfahren mit besonderer Gewichtung auf die so genannte Neuronavigation in Kombination mit intraoperativer Bildgebung. Der Einsatz modernster Medizintechnik ist in der Neurochirurgie kaum noch wegzudenken: "Bildunterstützte Operationsverfahren erlauben eine millimetergenaue Eingrenzung des Operationsfeldes", erläutert Wirtz und weist damit auf eine heute erreichbare und noch vor wenigen Jahren kaum für möglich gehaltene Präzision hin, die z. B. bei der Entfernung von Tumoren im Gehirn über Erfolg oder Misserfolg einer Operation entscheiden kann ...
Weitere Informationen:
Die Neurochirurgie umfasst u. a. die Erkennung und operative Behandlung von Erkrankungen, Verletzungen, Verletzungsfolgen oder auch Fehlbildungen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark), seiner Gefäße und Hüllen, des peripheren (außerhalb des Gehirns und Rückenmarks gelegenen) und vegetativen Nervensystems (kontrolliert bzw. vermittelt die unbewusst ablaufenden Vitalfunktionen wie Herzschlag, Blutdruck oder Atmung). Neurochirurgen entfernen z. B. Tumoren am offenen Gehirn, operieren an der Wirbelsäule oder kümmern sich um verletzte Nerven an den Händen. Nach einem erfolgreich absolvierten Medizinstudium bedarf es einer sechsjährigen Weiterbildungszeit, bevor die Anerkennung zum Facharzt für Neurochirurgie erfolgen kann.
(Quelle: Universitätsklinikum Ulm , 17.11.2008)
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