Wie eine Untersuchung der Charité - Universitätsmedizin Berlin an einem Datensatz von über 11.000 Männern jetzt belegt, wirkt sich moderater Alkoholgenuss positiv auf die Nierenfunktionen aus.
Alkohol ist Deutschlands Volksdroge Nummer Eins, krankhafte Alkoholsucht führt alljährlich zu Gesundheitsschäden in Milliardenhöhe. Dennoch haben in den vergangenen zwanzig Jahren verschiedene Studien gezeigt, dass mäßiger Alkoholkonsum durchaus positive Effekte auf die Gesundheit haben kann und beispielsweise vor Herzgefäßerkrankungen schützt.
"Unsere Daten weisen darauf hin, dass in Maßen genossener Alkohol offenbar vor Nierenschäden schützt", fasst Erstautorin Dr. Elke Schäffner von der Klinik für Nephrologie und internistische Intensivmedizin am Campus Virchow-Klinikum die Ergebnisse der Analyse zusammen, die kürzlich in der Fachzeitschrift "Archives of Internal Medicine"(x) erschienen ist. "So hatten Männer, die mindestens sieben Drinks die Woche zu sich nehmen, deutlich geringere und damit günstigere Kreatininwerte als Männer, die einen oder weniger Drinks pro Woche konsumierten." Der Blutwert Kreatinin beschreibt maßgeblich die Funktionsfähigkeit der Nieren, ab einem Level von 1,3 Milligramm pro Deziliter sind die Organe beeinträchtigt.
Die Datenauswertung ergab, dass Männer, die wöchentlich zwei bis vier alkoholische Getränke zu sich nehmen, ungefähr das gleiche relative Risiko für einen Nierenfunktionsschaden tragen wie Männer, die keinen Alkohol trinken. Bei Männern, die fünf bis sechs Drinks wöchentlich konsumieren, zeigte sich bereits ein tendenziell erniedrigtes Risiko. Männer aber, die mindestens sieben Drinks innerhalb einer Woche leeren, zeigten ein statistisch bedeutsam erniedrigtes Risiko, eine Nierenfunktionseinschränkung zu entwickeln. "Bei Männern, die mindestens sieben alkoholische Drinks per Woche konsumieren, lag das Risiko, an erhöhten Kreatinin-Werten zu leiden, insgesamt um 30 Prozent niedriger als bei Geschlechtsgenossen, die nur einen oder gar keinen Drink zu sich nahmen", bilanziert Elke Schäffner.
(Quelle: Gesellschaft für Nephrologie e.V. (GfN) , 28.10.2008)
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