BÄK-Präsident Hoppe zu den Gründen von Ärzteflucht und Burn-Out anlässlich des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin
„Der enorme Kostendruck und infolgedessen eine unmenschliche Arbeitsverdichtung machen immer mehr Ärzte krank. Zwar versuchen sie Rationierung zu kompensieren, um ihren Patienten das eigentlich nicht mehr Machbare doch noch zu ermöglichen, aber die fortwährende Arbeit am Limit geht auf die Knochen. Der Begriff Berufsunzufriedenheit ist da eher Schönmalerei. Nicht wenige ältere Kollegen sehnen einen frühen Ruhestand herbei, jüngere Kollegen überlegen sich zweimal, ob sie tatsächlich unter diesen Bedingungen ärztlich tätig werden wollen. Wenn wir die Versorgung der Patienten nicht dauerhaft zwischen Burn-Out und Ärzteflucht improvisieren wollen, müssen wir an die Wurzel des Übels, die staatlich verschleierte heimliche Rationierung“, forderte Prof. Hoppe heute vor dem größten europäischen Kongress der Orthopäden und Unfallchirurgen in Berlin.
Ärzte seien individual-ethisch eingestellt, sie behandelten Individuen, kein Versichertenkollektiv, so Hoppe. Ärzte seien Heiler und Helfer, und keine Allokationsjoungleure. „Wenn der Beruf Arzt weiterhin eine Berufung bleiben soll, dann dürfen wir es nicht zu lassen, dass Heilen krank macht“. Gerade deshalb sei es so wichtig, dass der Kongress die „Ärztegesundheit“, Ursachen und Folgen physischer und psychischer Erkrankungen bei Ärzten, zu einem zentralen Thema gemacht hat. Das sei nicht nur ein wichtiger Beitrag für eine zukunftsweisende Gesundheitspolitik, sondern mache auch den Betroffenen Hoffnung.
(Quelle: Bundesärztekammer, 22.10.2008)
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