Das klinische Symptom einer behinderten Nasenatmung kann vielfältige Ursachen haben. Zu den häufigsten gehören eine Vergrößerung der unteren Nasenmuscheln, eine Knickbildung im Bereich der Nasenscheidewand sowie akute und chronisch entzündliche Erkrankungen der Nasennebenhöhlen.
Etwa zwei Drittel aller Erwachsenen zeigen eine mehr oder minder stark ausgeprägte Verbiegung der Nasenscheidewand, die angeboren sein kann oder sich erst während des Wachstums ausbildet. Zusätzlich kann ein Nasenbeinbruch ursächlich sein. Hält die Nasenatmungsbehinderung lange genug an, können sich zum Teil schwere chronische Entzündungen der Nasennebenhöhlen mit all ihren Folgen, vor allem auf das Bronchialsystem, entwickeln.
Auch wenn sich viele Betroffene an den Zustand einer eingeschränkten Nasenatmung gewöhnt haben und diesen als "normal" empfinden, sollten die langfristigen potenziellen Folgen dieses Symptoms nicht unterschätzt werden. Durch die chronische Mundatmung kommt es bei vielen der Betroffenen zu Mundtrockenheit, sowie Schnarchen mit gestörtem Schlafrhythmus und Tagesmüdigkeit.
Zusätzlich kann es zu einer erhöhten Infektanfälligkeit und Erkrankungen der tieferen Atemwege oder durch Störungen der Mittelohrbelüftung zu Druckgefühl in den Ohren und Hörstörungen kommen. Viele Patienten klagen außerdem über eine Reduzierung ihrer allgemeinen Leistungsfähigkeit und Abgeschlagenheit. In seltenen Fällen können auch Kopfschmerzen, Sekretfluss im Bereich des Rachens oder häufig auftretendes Nasenbluten durch eine verbogene Nasenscheidewand bedingt sein.
Häufig benutzen die Patienten rezeptfrei erhältliche abschwellende Nasentropfen über einen längeren Zeitraum. Die verwendeten Substanzen schädigen die Schleimhaut allerdings langfristig, zusätzlich lässt die Wirkung der Medikamente nach längerem Gebrauch nach und es kommt reaktiv zu einer stärkeren Schwellung der Nasenschleimhaut, so dass die Nase stärker verstopft ist als vorher. Entsprechend werden immer höhere Medikamentendosen notwendig, um den gewünschten abschwellenden Effekt zu erzielen. In der Folgezeit stellt sich häufig ein Gewöhnungseffekt ein, so dass die Nase schließlich ohne die regelmäßige Verwendung von Nasentropfen überhaupt nicht mehr frei wird.
Eine längerfristig bestehende Behinderung der Nasenatmung sollte auf ihre Ursachen hin untersucht und abgeklärt werden, da zahlreiche Therapiemöglichkeiten zur Verbesserung der Nasenatmung zur Verfügung stehen. Bei der Untersuchung wird zunächst der vordere Anteil der Nasenhaupthöhle inspiziert. Mit Hilfe eines kleinen Endoskops, können die verbogenen Anteile der Nase genauer identifizieren werden. Neben der Messung des Atemwiderstandes und einer Riechprüfung kommen bildgebende Verfahren zur Beurteilung der Nasennebenhöhlen zum Einsatz um bereits fortgeschrittene Erkrankungen, beispielsweise eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung auszuschließen.
Liegt eine Verkrümmung der Nasenscheidewand mit Nasenatmungsbehinderung vor ist eine operative Begradigung der Nasenscheidewand die Therapie der Wahl.
Bei einer kosmetischen Formstörung der äußeren Nase kann eine Korrektur zusammen mit einer Begradigung der Nasenscheidewand erfolgen. Zusätzlich können die Form der Nasenflügel oder Nasenspitze verändert werden. Die Operation wird im Allgemeinen in Vollnarkose durchgeführt. In jeder Nasenhaupthöhle befinden sich drei Nasenmuscheln, eine untere, eine mittlere und eine obere Muschel. Die Nasenmuscheln bestehen aus einem knöchernen Grundgerüst und Schleimhaut. Durch die Nasenmuscheln wird die Atemluft angewärmt und angefeuchtet, so dass diese gereinigt in die Lunge gelangen kann. Eine Vergrößerung insbesondere der unteren Nasenmuscheln kann eine Nasenatmungsbehinderung verursachen. Zur Verkleinerung der Nasenmuscheln kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, wobei an unserer Klinik die Möglichkeit einer minimalinvasiven Verkleinerung mit dem Laser in einem ambulanten Eingriff unter lokaler Betäubung besteht.
(Quelle: Helios Kliniken GmbH, 06.10.2008)
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