Dank eines neuen, hochmodernen Herzkatheterlabors mit integrierter Röntgenanlage kann die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) nun Patienten mit Herzrhythmusstörungen und Herzkranzgefäßproblemen besser behandeln. In der Klinik steht nun ein neues Herzkatheterlabor. "Es ist die modernste Generation dieser Anlage, die derzeit zur Untersuchung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen auf dem Markt ist und die auch für die Untersuchung von Herzkranzgefäßen geeignet ist", sagt Professor Dr. Helmut Drexler, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie. "Damit verfügt die MHH über eines der modernsten elektrophysiologischen Labore weltweit, das gleichzeitig die Untersuchungen durch Steuerung der Katheter mit Magnetfeld anstatt Röntgenstrahlen erlaubt."
"Dank der neuen High-Tech-Apparatur werden wir künftig Patienten mit komplexeren Herzrhythmusstörungen besser behandeln können", sagt Privatdozent Dr. Gunnar Klein, Oberarzt in der Klinik für Kardiologie und Angiologie und Spezialist für die Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Momentan werden in dieser MHH-Klinik rund 400 Patienten pro Jahr wegen Herzrhythmusstörungen im Herzkatheterlabor untersucht und behandelt. "Dank der neuen Anlage haben wir Kapazitäten für mehr Patienten, da die einzelnen Untersuchungen jetzt schneller durchgeführt werden können."
Von Mitte Mai bis Anfang September 2008 bauten Fachleute die bereits vorhandenen Räume in der Klinik für Kardiologie und Angiologie um. Unter anderem entkernten sie einen 52 Quadratmeter großen Untersuchungsraum und kleideten ihn mit Stahlplatten aus. Diese magnetische Abschirmung wiegt 14 Tonnen. Die Installation der Anlage dauerte vier Wochen. 2,5 Millionen Euro kostete die komplette Umbaumaßnahme inklusive der neuen Apparate. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat die Anschaffung mit einer Million Euro gefördert, die restliche Summe finanziert die Hochschule. Das neue Herzkathetherlabor ist eines von insgesamt dreien innerhalb der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie. Die anderen dienen der Untersuchung und Behandlung von Herzkranzgefäßen.
Die Herzkatheterlabore der medizinischen Hochschule Hannover sind 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr einsatzbereit und jederzeit erreichbar. Die Zeit von der Vorstellung in der Notaufnahme bis zum Behandlungsbeginn im Herzkathederlabor beträgt durchschnittlich 38 Minuten. Zum Vergleich: In den USA dauert es während des Bereitschaftsdienstes durchschnittlich 110 Minuten bis zum Behandlungsbeginn.
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