Die Delegierten der Deutschen Ärzteschaft befassten sich am Donnerstang (22.05) sehr ausführlich und detailliert mit dem Thema der Telematik und den Vor- und Nachteilen der elektronischen Kommunikation im Gesundheitswesen. Die elektronische Gesundheitskarte erlebte - wie bereits auf dem DÄT 2007 in Münster - leidenschaftliche Plädoyers in Pro und Contra.
Die Telematik bietet sowohl Chancen als auch Bedrohungen - und beides ist in seinen Extremen gefährlich (Bartmann, gematik). Dass der Weg nicht an der Telematik vorbeiführt, dass Telematik bereits Realität ist, bewahrt nicht vor der Feststellung, dass Sicherheitsfragen aus der Sicht der Ärzte noch unzureichend geklärt sind. Es besteht der noch nicht gelöste Konflikt zwischen dem Bedürfnis nach größtmöglicher Sicherheit und dem Muss nach einfacher Handhabbarkeit. Im Ergebnis bleiben viele Fragen aus Sicht der Ärzteschaft offen und es besteht ein unverändert hoher Gesprächsbedarf. Die erstrebten Verbesserungen der Patientensicherheit und die erhoffte Verwaltungsentlastung der Ärzte sind für viele Delegierte noch nicht erkennbar. Ein langer Diskussionsprozess ist in Gang gesetzt, dem sich die Ärzteschaft nicht verschließen will und sollte - gerade weil der Prozess der Telematik nicht aufzuhalten ist.
Ebenfalls ein wichtiger Tagesordnungspunkt, der den Deutschen Ärztetag am Donnerstag und Freitag beschäftigt, ist die Positionierung der Ärzteschaft zwischen Ärztemangel einerseits und Etablierung von "Schwester AGneS" andererseits. Wie definiert der Arzt seinen Beruf zukünftig in Zusammenaarbeit mit den anderen Gesundheitsberufen?
Die Antwort ist eindeutig: Der Arzt ist und bleibt der Träger der Heilberufskunst, der Garant für den Facharztstandard in der medizinischen Versorgung - eine Substitution ärztlicher Leistungen an nichtärztliche Berufsgruppen darf es aus diesem Grund nicht geben. Sehr wohl aber ist die Delegation von arztentlastenden Aufgaben eine Notwendigkeit und eine Entwicklung, die von der Ärzteschaft begrüßt wird. Durch die Zusammenarbeit mit den medizinischen Fachberufen erhoffen sich die Ärzte eine Entlastung von der überbordenden Bürokratie und damit mehr Zeit für ihre eigentliche Berufung: die Betreuung und Behandlung des Patienten.
(Quelle: Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, 23.05.2008)
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