Uni-Frauenklinik erprobt im Rahmen einer weltweiten Studie neues Medikament gegen Eierstockkrebs
Um den Erfolg einer Therapie von Frauen mit Eierstockkrebs zu verbessern, setzen Wissenschaftler auf das Immunsystem dieser Patientinnen. Im Rahmen einer weltweit angelegten Medikamentenstudie, an der sich auch die Klinik für Frauenheilkunde des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden beteiligt, prüfen die Wissenschaftler die Wirksamkeit des neuen Therapieansatzes. Ziel ist es, wieder auftretende Krebszellen durch den Körper selbst zerstören zu lassen. Der jetzt in der Studie eingesetzte Wirkstoff Abagovomab regt das Immunsystem an, Antikörper zu bilden, mit deren Hilfe Tumorzellen bekämpft werden können. Für diese über mehrere Jahre angelegte Studie suchen die Gynäkologen des Uniklinikums operierte Patientinnen, deren anschließende Chemotherapie vor kurzem erfolgreich beendet wurde oder kurz vor dem Abschluss steht.
Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 8.000 Frauen an einem bösartigen Tumor der Eierstöcke, dem so genannten Ovarialkarzinom. Auch nach erfolgreicher Operation und anschließender Chemotherapie müssen viele Patientinnen mit fortgeschrittener Erkrankung damit rechnen, dass der Eierstockkrebs innerhalb von ein bis zwei Jahren erneut auftritt. Bei einem Rückfall – Experten sprechen von einem Rezidiv – sind die therapeutischen Möglichkeiten begrenzt: In den meisten Fällen gilt die Krankheit dann als unheilbar.
Anlass zur Hoffnung bietet möglicherweise ein vollständig neuer Therapieansatz: Der Impfstoff Abagovomab regt das Immunsystem an, Tumorzellen zu erkennen und zu zerstören. Das körpereigene Abwehrsystem soll so in die Lage versetzt werden, die Krankheit zu bekämpfen und ein Wiederauftreten zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. Die Ergebnisse erster klinischer Untersuchungen mit dem neuen Impfstoff sind viel versprechend.
Ziel der MIMOSA-Studie (Monoclonal antibody Immunotherapy for Malignancies of the Ovary by Subcutaneous Abagovomab) ist es, die Wirksamkeit und Verträglichkeit in einer so genannten Phase-III-Studie noch genauer zu überprüfen. Es ist geplant, darin weltweit rund 900 Frauen einzuschließen.
Die Studie soll zuverlässig klären, ob sich über die Aktivierung des Immunsystems erneute Ausbrüche des Eierstockkrebses verhindern lassen oder ob die krankheitsfreie Zeit und das Gesamtüberleben verlängert werden. Dazu verabreichen die Forscher den neuen Impfstoff oder ein Scheinmedikament (Placebo) im Verhältnis von zwei zu eins, das heißt zwei Drittel der Studienteilnehmerinnen erhalten Abagovomab. Welche Patientinnen wie behandelt werden, erfahren auch die Ärzte erst nach dem Ende der Studie.
Das Medikament wird mit einer kleinen Nadel unter die Haut gespritzt. Sofern keine schwerwiegenden Nebenwirkungen und kein Rückfall der Erkrankung auftreten, ist eine Behandlung bis zu 94 Wochen nach Aufnahme der letzten Patientin in die Studie möglich. Während der ersten sechs Behandlungswochen wird die Therapie in zweiwöchigen Abständen durchgeführt. Anschließend erhalten die Patientinnen alle vier Wochen eine Injektion. Während der Studienteilnahme werden die Patientinnen regelmäßig untersucht. Um den Gesundheitszustand auch nach Abschluss der Impfungen weiter dokumentieren zu können, sollen die Patientinnen auch nach Beendigung dieser Therapie in regelmäßigen Abständen ihren behandelnden Arzt aufsuchen.
(Quelle: Universitätsklinikum Dresden, 03.04.2008)
Für Ärzte gibt es weltweilt Jobangebote:
Hier finden Sie Aktuelle Stellenangbote für Ärzte...
Hier können Sie in wenigen, einfachen Schritten eine neue Stellenanzeige aufgeben:
Sie sind schon Kunde bei uns? Dann gelangen Sie hier zu Ihrem Kundenbereich, um ihre Anzeigen zu verwalten oder sich als Arzt zu registrieren.