Die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) hat der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) bei der vierten Verhandlungsrunde für die Gehälter der kommunalen Klinikärzte ein erstes Angebot vorgelegt. „Die Arbeitgeber wollen, dass die Ärzte die angebotene marginale Gehaltserhöhung mit einer Steigerung ihrer Arbeitszeit selbst finanzieren. Das Tarifangebot ist deshalb absolut enttäuschend und unbefriedigend“, zeigte sich der Verhandlungsführer des MB, Lutz Hammerschlag, verärgert.
Das Arbeitgeberangebot beinhaltet auf 24 Monate gerechnet eine durchschnittliche Gehaltserhöhung von unter zwei Prozent bei gleichzeitiger Steigerung der Wochenarbeitszeit um 3,75 Prozent von 40 auf 41,5 Stunden. Dies bedeute, dass der Stundenlohn des Klinikarztes abgesenkt werde. Mit den vorgelegten marginalen Gehaltserhöhungen und einer Steigerung der Arbeitszeit treiben die Arbeitgeber den Unmut der Klinikärzte auf die Spitze.
Eine Absage erteilte die Ärztegewerkschaft der völlig indiskutablen Forderung, die Arbeitszeit der Klinikärzte zu erhöhen, die nach dem Willen der Arbeitgeber zum 1. Januar 2009 wöchentlich 41,5 Stunden betragen soll. Hammerschlag: „Eine erneute Erhöhung der Arbeitszeit ist mit uns nicht machbar, da die Belastung der Ärzte ohnehin an der Grenze des Erträglichen liegt. Hier sind wir unseren Patienten verpflichtet, die Anspruch auf ausgeruhte und motivierte Ärzte haben.“
Nur weil erkennbar sei, dass die Arbeitgeber bereit seien, in die Strukturdebatte der Entgelttabelle einzusteigen, sehe der Marburger Bund von einem Scheitern der Tarifverhandlungen ab. „Trotz dieser Zumutung stehen wir zu unserem Wort, auf dem Verhandlungsweg zu einem Ergebnis zu kommen“, so Hammerschlag. Der durchschlagende Erfolg der heutigen Warnstreiks in bundesweit mehr als 200 kommunalen Kliniken mit mehreren Tausend Ärzten sei der entscheidende Impuls gewesen, dass sich die Arbeitgeber heute überhaupt bewegt hätten. Hammerschlag erwartet bei der anstehenden fünften Verhandlungsrunde eine stark verbesserte Offerte der Arbeitgeber, um eine Eskalation der Ärzteproteste zu vermeiden.
(Quelle: Marburger Bund, 13.03.2008)
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