Symposium auf dem 28. Deutschen Krebskongress 2008
„Qualifizierte Nachwuchswissenschaftler sind ein wichtiges Kapital, das es zu nutzen gilt“, erklärte Professor Dr. Otmar Wiestler, Vorsitzender des Fachausschusses ’Medizinische und wissenschaftliche Nachwuchsförderung’ der Deutschen Krebshilfe, heute, am 21. Februar 2008, anlässlich des Symposiums „Nachwuchsförderung in der Onkologie“. Dieses Symposium fand im Rahmen des 28. Deutschen Krebskongresses in Berlin statt. Die Deutsche Krebshilfe bietet im Rahmen ihres so genannten Career Development Programs jungen Ärzten und Naturwissenschaftlern Stipendien an, fördert den Aufbau von Nachwuchs-Forschergruppen und stiftet Professuren. „Die Förderung junger Wissenschaftler trägt auch dazu bei, die Qualität der Versorgung krebskranker Menschen in Deutschland auf einem hohen Niveau zu halten“, so Wiestler.
Auslandsaufenthalte sind für viele Naturwissenschaftler und Mediziner notwendig und selbstverständlich geworden. Gerade die Zeit nach der Promotion ist für die jungen Wissenschaftler und Ärzte besonders geeignet für einen solchen Aufenthalt. Die Vereinigten Staaten werden dabei klar favorisiert. Hauptgründe sind das große wissenschaftliche Know-how und die sehr guten Forschungsbedingungen in den USA. Für diejenigen ambitionierten Wissenschaftler, die sich im Ausland in der Krebsforschung und -medizin spezialisieren möchten, hält die Deutsche Krebshilfe ein Förderprogramm bereit: das Mildred-Scheel-Stipendienprogramm.
Im Rahmen dieses Programms hat die gemeinnützige Organisation in der Vergangenheit bereits 476 Stipendien vergeben. Die Förderdauer beträgt drei bis 24 Monate. „Das Mildred-Scheel-Stipendium hat es mir ermöglicht, einen diagnostischen Ansatz weiter zu entwickeln, der die Behandlung von Krebs-Patienten verbessert“, berichtete der ehemalige Mildred-Scheel-Stipendiat Dr. Roman Thomas auf dem Deutschen Krebskongress. Er leitet mittlerweile eine eigene Nachwuchsgruppe am Max-Planck-Institut für Neurologische Forschung in Köln.
„Unser Ziel ist es, dass die Stipendiaten nach ihrem Auslandsaufenthalt wieder nach Deutschland zurückkommen, damit das im Ausland erworbene Wissen nicht verloren geht, sondern den Patienten in Deutschland zugute kommt“, erklärte Wiestler. Um den Heimkehrern dabei zu helfen, an einer deutschen Klinik oder einer deutschen Forschungseinrichtung wieder Fuß zu fassen, hat die Deutsche Krebshilfe im Jahr 2000 ein weiteres Förderprogramm eingerichtet: Das Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm unterstützt junge Ärzte und Wissenschaftler, eine eigene wissenschaftliche Arbeitsgruppe in Deutschland aufzubauen. Es richtet sich an Postdoktoranden, wobei sowohl Onkologen als auch Naturwissenschaftler mit explizit kliniknaher Forschungstätigkeit gefördert werden. Eine wichtige Voraussetzung: Der Patient muss im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens stehen. So werden insbesondere solche Projekte unterstützt, die eine rasche Übertragung grundlegender Forschungsergebnisse in die klinische Anwendung versprechen. Die Förderdauer beträgt grundsätzlich vier Jahre und kann um bis zu drei Jahre verlängert werden.
Im Rahmen des Career Development Programs der Deutschen Krebshilfe können wissenschaftlich tätige Onkologen und Naturwissenschaftler mit kliniknaher Ausrichtung darüber hinaus für sich selbst eine Stiftungsprofessur beantragen. „Mit unserem Programm zur Nachwuchsförderung begleiten wir junge Wissenschaftler von der Pieke auf und helfen ihnen, ihre Karriere auf dem Gebiet der Onkologie langfristig zu planen“, so Wiestler.
(Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V., 21.02.2008)
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