Der Krankenhausärzteverband Marburger Bund (MB) begrüßt die heute im Bundesgesundheitsministerium gestartete „Aktion Saubere Hände“, die für die Vermeidung im Krankenhaus erworbener Infektionen wirbt.
„Wir Ärztinnen und Ärzte bekämpfen dieses Problem seit langem und kümmern uns seit Jahren um gezielte Fortbildungsmaßnahmen und konkrete Änderungen in den Häusern“, erklärte der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke. "Wir wollen, dass sich möglichst viele Krankenhäuser an der Aktion beteiligen und werden in den Kliniken dafür werben." Er warnte jedoch auch vor der Verbreitung unbelegter Vorwürfe. Henke: „Es entspricht weder einer modernen Fehlerkultur noch den vorgelegten Erkenntnissen, undifferenziert vor allem Ärzte anzuklagen. Damit setzt man doch die ganze Motivation für diese an sich sinnvolle Aktion aufs Spiel.“
So sei die pauschale Behauptung von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Ärzte würden eine schlechtere Hygiene betreiben als Pflegekräfte, ohne entsprechende Belege keineswegs akzeptabel. Der Marburger Bund wies zudem darauf hin, dass das Thema der Krankenhaushygiene nicht nur ein Einstellungsproblem, sondern zunehmend auch ein Problem von Arbeitsüberlastung und Zeitnot sei. Mussten Klinikärzte noch im Jahr 1990 in rund 2.450 Kliniken 14,3 Millionen Patienten versorgen, waren es im Jahr 2005 in 2.140 Krankenhäusern bereits knapp 17 Millionen Patienten. Während dieser Zeitspanne reduzierte sich zudem die Verweildauer von 14,7 auf 8,6 Tage. „Klinikärzte müssen also immer schneller immer mehr Patienten in immer weniger Kliniken versorgen“, so Henke. Es werde dem ernsten Thema nicht gerecht, diese Aspekte aus der Analyse auszublenden.
(Quelle: Marburger Bund, 11.12.2007)
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