Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) ruft Ärztinnen und Ärzte aus kirchlichen Krankenhäusern auf, sich am morgigen Mittwoch (5. Dezember) im nordrhein-westfälischen Bad Honnef an einer Protestaktion gegen schlechte Arbeitsbedingungen zu beteiligen. „Schuften und schweigen - diese Zeit geht auch für Ärzte an konfessionellen Kliniken zu Ende“, erklärte der 1. Vorsitzende des MB, Rudolf Henke. Hintergrund: Eine frische repräsentative Umfrage der Ärztegewerkschaft brachte zu Tage, dass in vielen kirchlichen Häusern besonders katastrophale Arbeitsbedingungen für die Ärzte herrschen.
Trotz dieser Erkenntnis sei ein zwischenzeitliches Gespräch mit dem Katholischen Krankenhausverband ergebnislos verlaufen. Am 5. und 6. Dezember tagt in Bad Honnef die Arbeitsrechtliche Kommission des Deutschen Caritasverbandes.
Laut MB-Umfrage, an der sich bundesweit rund 3 100 Ärzte aus kirchlichen Kliniken beteiligten, seien in konfessionellen Häusern mehr illegal lange Dienste, mehr unvergütete Überstunden und eine schlechtere Arbeitszeiterfassung zu beklagen als in den übrigen Kliniken der Republik. Henke: „Es ist deshalb traurige Realität, dass 54 Prozent aller dortigen Ärzte erwägen, ihren Job aufzugeben.
Ziel der Demonstration am 5. Dezember sind laut Henke diesmal die katholischen Krankenhäuser. „Drei Jahre warten die Ärzte in den Kliniken der Caritas schon auf eine Gehaltserhöhung“, zeigte sich Henke verständnislos. Man werde den Arbeitgebern nun ein „erstes Signal des Protestes“ geben. Kernforderung sei die Übernahme der arztspezifischen Tarifverträge für öffentliche Kliniken in die Arbeitsvertragsrichtlinien der katholischen Krankenhäuser.
(Quelle: Marburger Bund, 04.12.2007)
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