Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat am 6. September 2007 einen bemerkenswerten Erfolg bei der Aufsichtsratswahl des in Frankfurt am Main ansässigen MediClin Klinikkonzerns für sich verzeichnen können. In einer Direktwahl sprachen 739 Beschäftigte dem Marburger Bund ihr Vertrauen aus (36,7% der 2 014 gültigen Stimmen). Damit konnte der MB mit seiner Gewerkschaftsliste einen der beiden freien Plätze im Aufsichtsrat der MediClin AG belegen, die bisher beide von Verdi besetzt wurden. Als Gewerkschaftsvertreter wird RA Udo Rein, Geschäftsführer des MB-Landesverbandes Hessen, Sitz und Stimme im Aufsichtsrat haben.
Er wird sämtliche Interessen des Klinikpersonals vertreten und entsprechend nachhaltig auf die Unternehmenspolitik einwirken. Zur MediClin AG gehören bundesweit 41 Einrichtungen mit rund 6 900 Mitarbeitern.
Der Marburger Bund will sich primär dafür einsetzen, dass für die Beschäftigten von MediClin ein Konzerntarifvertrag abgeschlossen wird. Bis dato lehnte es der Konzern ab, mit der Ärztegewerkschaft über Tarifverträge zu verhandeln. Die bisherigen Verhandlungen des Konzerns mit Verdi waren im Februar 2006 erfolglos abgebrochen worden. Als weiteres Ziel strebt der Marburger Bund eine Verbesserung der Informationsstrukturen an. Unternehmensziele sollten transparent gemacht werden und Mitarbeitern die Gelegenheit bieten, Prozesse mitzugestalten und zu beeinflussen. Außerdem gelte es, bestehende Personalprobleme und die hierdurch stetig zunehmende Arbeitsbelastung für die Klinikmitarbeiter zu beheben. Nur so könnten arbeitnehmerfreundliche Arbeitsstrukturen geschaffen und eine hochwertige Patientenversorgung langfristig gesichert werden.
Das „sehr gute“ Ergebnis der Wahl wertet der Marburger Bund als einen großen Vertrauensbeweis der Klinikmitarbeiter. Gleichzeitig sei es eine Bestätigung für die bisherigen gewerkschaftlichen Aktivitäten des MB. Die Ärztegewerkschaft fühlt sich daher bestärkt, diesen Weg konsequent weiterzugehen, um auch in weiteren Aufsichtsräten anderer Klinikkonzerne Plätze zu belegen und für Arbeitnehmerinteressen zu kämpfen.
(Quelle: Marburger Bund, 24.09.2007)
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