Die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern sind sehr gut ausgelastet. "Wir haben in M-V die Obergrenze erreicht. Eine Restkapazität muss immer für Unfallpatienten und Reinigungszeiten bleiben", erklärte Wolfgang Gagzow, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft. Sie ist der Zusammenschluss der Träger von Krankenhäusern und ihrer Verbände in M-V.
Die gute Auslastung führt Gagzow auf die "realitätsnahe Planung des Landes" zurück. "Wir haben seit der Wende rasant Krankenhausbetten abgebaut und können heute eine schlanke Struktur vorweisen", sagt er. Während im Bundestrend Betten abgebaut werden, bleibt die Anzahl im Nordosten stabil. M-V ist eines der Bundesländer mit der geringsten Krankenhausdichte. Auf 100.000 Einwohner entfallen 600 Betten.
Der Bundesdurchschnitt, der derzeit bei 620 liegt, wird sich laut Wolfgang Gagzow an dieses Niveau noch anpassen. 2006 gab es in den 34 Krankenhäusern im Land 10.216 Betten. Wie aus den Daten des Statistischen Amtes in Schwerin weiter hervorgeht, sind das nur 26 Betten weniger als im Jahr zuvor. Im Januar 2008 werden sogar Betten hinzukommen. Die Rehakliniken in Leetzen am Schweriner See und in Waldeck (bei Schwaan) werden bis dahin in gemischte Einrichtungen umgewandelt. "Sie steigen also mit einem Teil ihrer Plätze in der Akutbehandlung ein", so der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft. "Mecklenburg-Vorpommern besitzt eine der modernsten Krankenhauslandschaften in Deutschland", kommentierte Gesundheitsminister Erwin Sellering (SPD) die guten Ergebnisse für M-V.
"Seit 1990 wurden mehr als 1,7 Milliarden Euro in die Krankenhäuser des Landes investiert."
Auffällig ist zudem die geringe Verweildauer in den Kliniken des Landes. Sie lag 2006 bei durchschnittlich 7,8 Tagen, im Bundesdurchschnitt hingegen bei 8,5 Tagen. Das geht aus den vorläufigen Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden vorgestellt hat.
Erfreulich findet Wolfgang Gagzow, dass im vergangenen Jahr 39 Ärzte eingestellt wurden. Somit waren im Vorjahr 19.165 Mitarbeiter in Krankenhäusern tätig, 2.999 davon Ärzte. "In wenigen Jahren werden wir einen hohen Bedarf an Ärzten haben, weil dann viele in den Ruhestand gehen", betont Gagzow. Um dem entgegen zu wirken, arbeiten die Krankenhausgesellschaft und das Sozialministerium in M-V derzeit gemeinsam an Werbemaßnahmen.
(Quelle: Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, 04.09.2007)
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