In der Allgemeinen Chirurgie sind demnach zehn Ärzte gegangen, in der Klinik für Anästhesie zwölf, Kündigungen gebe es auch in der Kinderklinik.
Operationen müssten verschoben werden. Der Landesgeschäftsführer des Marburger Bundes, Jörg-Peter Vandrey, sagte, da Fach- und Oberärzte durch Berufsanfänger ersetzt würden, gehe zudem auch Qualität verloren. Das Problem habe sich bereits mit den neuen Tarifverträgen für Ärzte angebahnt.
Oberärzte und leitende Ärzte seien nicht mehr als solche bezahlt und Berufsjahre nicht mehr anerkannt worden, sagte Vandrey. Der Dienstplan sei so umgestellt worden, dass es keine besser bezahlten Bereitschaftsdienste mehr gebe. Bereits im April habe sich der Marburger Bund an die Minister für Finanzen, Bildung und Soziales der Landesregierung gewandt, um auf das Problem an der Universitätsklinik hinzuweisen und die Landesregierung zu bitten, dies in Aufsichtsrat und Vorstand zu besprechen. Nun hätten sich Ärzte selbst an die Öffentlichkeit gewandt.
Die finanzielle Benachteiligung ist Vandrey zufolge nicht der einzige Grund für die Kündigungen. Den Ärzten fehle auch Zeit für die Patienten, für Fort- und Weiterbildung.
An den Universitätskliniken im Land beträgt die Differenz der Arzt-Gehälter zum Westtarif laut Zeitungsbericht 13 Prozent. Die Uni-Klinik Greifswald habe wegen einer anderen Personalpolitik nicht die Rostocker Probleme, sagte Vandrey. Die Kliniken der Damp-Gruppe in Stralsund und Wismar, das Herzzentrum Karlsburg, die Helios-Kliniken in Schwerin und die drei kommunalen Krankenhäuser zahlten annähernd Westgehalt.
(Quelle: Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, 02.08.2007)
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