Anlässlich der Forderung des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, sukzessiv zu einer monistischen Krankenhausfinanzierung überzugehen, erklärt der Vorsitzende des Klinikärzteverbandes Marburger Bund, Dr. Frank Ulrich Montgomery:
Jedwede Überlegungen, die Krankenhausfinanzierung und damit die qualitativ hochwertige stationäre Versorgung auf eine sichere Grundlage zu stellen, sind zu begrüßen. Dennoch darf der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen keine Luftschlösser bauen und falsche Hoffnungen wecken. Eine Reform der Krankenhausfinanzierung darf nicht zu einem billigen Entlastungscoup für die Bundesländer werden.
Einem möglichen Übergang zur monistischen Finanzierung müsste deshalb zunächst die Beseitigung des gewaltigen Investitionsstaus in den Krankenhäusern vorangehen. Etliche Bundesländer kommen nämlich ihrem gesetzlichen Auftrag zur Zahlung der Investitionskosten nicht nach, sodass mittlerweile eine Investitionsmisere im zweistelligen Milliardenbereich zu beklagen ist.
Zu glauben, dass die Krankenkassen diesen Investitionsstau übernehmen, ist vor dem Hintergrund der eigens von der Politik stets geforderten Beitragssatzstabilität undenkbar. Es ist es zu kurz gesprungen, wenn man eine Entlastung der Krankenkassen um eben diesen Milliardenbetrag fordert, ohne konkrete und realisierbare Entlastungsbeispiele zu nennen. Somit führt zunächst kein Weg an der Begleichung sämtlicher Investitionskosten durch die Bundesländer vorbei. Bei einer möglichen monistischen Finanzierung müsste dann sichergestellt sein, dass das Krankenhausbudget nachhaltig und dauerhaft von den Bundesländern um die eingesparten Finanzmittel ergänzt wird.
(Quelle: Marburger Bund, 03.07.2007)
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