In den nächsten fünf Jahren werden in Deutschland aus Altersgründen rund ein Viertel aller niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte aus dem Beruf ausscheiden. Noch alarmierender ist der Trend in den östlichen Bundesländern. Dort wird die Zahl der Pädiater bereits bis zum Jahr 2010 um etwa 40 Prozent zurückgehen.
Lediglich in Berlin (Rückgang um 21 Prozent bis 2010) und Sachsen (minus 31 Prozent) sehe der Trend ein wenig günstiger aus, erklärte Professor Hans-Jürgen Nentwich, Vizepräsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), beim Kinder- und Jugend-Ärztetag in Dresden. Besonders drastisch ist dagegen der Einbruch in Mecklenburg- Vorpommern. Dort wird die Zahl der Kinder- und Jugendärzte von 384 kurz nach der Wende bis zum Jahr 2010 auf 230 sinken. Dies entspricht einem Rückgang von 41 Prozent.
In Mecklenburg-Vorpommern werde auch das Weiterbildungs-Dilemma der Pädiater deutlich. Von 2005 bis 2010 werden insgesamt 92 Kinder- und Jugendärzte in Rente gehen, aber nach derzeitigem Stand nur 16 Pädiater nachrücken, die bis dahin ihre Facharzt-Weiterbildung in dem Bundesland abgeschlossen haben.
Noch dramatischer ist die Entwicklung in Brandenburg. Dort scheiden bis 2010 insgesamt 148 Pädiater aus. Lediglich zwölf Kinder- und Jugendärzte werden aber in den nächsten drei Jahren in Brandenburg ihre Weiterbildung abschließen können.
Aufgrund dieser dramatischen Entwicklung forderte Nentwich in Dresden die politisch Verantwortlichen auf, die Weiterbildung des pädiatrischen Nachwuchses in der Praxis - ähnlich wie in der Allgemeinmedizin - strukturell und vor allem finanziell zu unterstützen. Ansonsten sei mittelfristig der Fortbestand der gesamten Fachgruppe in Gefahr. Und das nicht nur in den neuen Bundesländern. Auch bundesweit finden heute schon laut BVKJ 30 Prozent aller Pädiater, die aus dem Berufsleben ausscheiden, keinen Nachfolger mehr für ihre Praxis.
(Quelle: Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, 26.06.2007)
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