Anlässlich des Tages der Organspende (2. Juni) hat der Ärzteverband Marburger Bund (MB) eine bessere Aufklärung der Bevölkerung über die Notwendigkeit von Organspenden gefordert. „Die erhebliche Differenz zwischen hoher Spendebereitschaft und geringer Anzahl an Organspendeausweisen muss mit einer politischen Aufklärungskampagne überwunden werden“, erklärte der Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery. Laut aktueller Eurobarometer-Umfrage vom Mai 2007 befürworten 81 Prozent der Europäer den Organspendeausweis, tatsächlich besitzen ihn lediglich 12 Prozent.
Eine Absage erteilte Montgomery Bestrebungen, die bisherige Regelung einer freiwilligen Zustimmung mittels eines Ausweises durch eine sogenannte erweiterte Widerspruchslösung zu ersetzen. Diese zuletzt vom Nationalen Ethikrat vorgeschlagene Änderung würde eine Organentnahme auch dann ermöglichen, wenn der Spender zu Lebzeiten nicht einer Organspende zugestimmt hat. Die aktuelle Eurobarometer-Umfrage belege, dass die Bürgerinnen und Bürger durchaus bereit seien, Organe zu spenden. Die relativ geringe Zahl an Spendeausweisen sei auf mangelhafte Aufklärung und Akzeptanz bei der Bevölkerung zurück zu führen.
„Die gute Idee, die Organspenden zu erhöhen, würde durch die faktische Abschaffung der Freiwilligkeit und die Einführung einer Widerspruchslösung ins Gegenteil verkehrt“, befürchtet Montgomery. Dringend erforderlich sei es deshalb, die Bürgerinnen und Bürger systematisch über das Thema Organspende zu informieren und ihnen damit die Bedenken für einen eigenen Spendeausweis zu nehmen.
(Quelle: Marburger Bund, 01.06.2007)
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