Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) und die Tarifgemeinschaft Kommunaler Krankenhäuser in Brandenburg (TKB) haben sich am frühen Samstagmorgen (28. April) auf den Abschluss eines arztspezifischen Tarifvertrages verständigt. „Dieser Ärzte-Tarifvertrag ist ein wichtiger Schritt gegen die anhaltende Ärzteflucht aus Brandenburgs Krankenhäusern in den Westen der Republik oder ins Ausland“, zeigte sich der Verhandlungsführer des MB, Lutz Hammerschlag zufrieden. Im Kern sieht der neue Tarifvertrag für Brandenburgs Ärzte in den TKB-Häusern höhere Gehälter, eine verbesserte Bereitschaftsdienstvergütung und eine 40 Stundenwoche vor.
Auch der Geschäftsführer des MB-Landesverbandes Berlin/Brandenburg, Manfred Husmann, zeigte sich über den Tarifabschluss erfreut. „Wir haben mit der TKB einen akzeptablen Kompromiss erzielt, der den Krankenhausärzten in Brandenburg eine sichere und einheitliche tarifliche Absicherung gewährt“, so Husmann. Wichtig sei, dass mit dem Ärzte-Tarifvertrag grundsätzlich eine Anpassung an den bundesweiten Tarifabschluss des Marburger Bundes mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) aus dem Jahr 2006 erzielt wurde. Damit konnte die Tarifflucht der TKB aus dem bundesweiten Arbeitgeberverband vom 10. Oktober 2006 rückgängig gemacht werden.
Als positive Errungenschaft hob die Ärztegewerkschaft das relativ zügige Schließen der Ost-West-Schere bei den Gehältern hervor. So werde die Bezahlung ab dem Inkrafttreten des Vertrages zum 1. Mai 2007 an die Ostvergütung des bundesweiten VKA-Vertrages angeglichen. Zum 1. Oktober 2008 werden Brandenburgs Klinikärzte dann eine Gehaltserhöhung um 4,5 Prozent und zum 1. Januar 2010 um weitere drei Prozent erhalten. Als kleinen Wermutstropfen bezeichnete der Marburger Bund die Bereitschaftsdienstvergütung, die bei der Kompromissfindung zwar verbessert, aber nicht ganz an den VKA-Wert angepasst werden konnte. Husmann forderte die übrigen sechs kommunalen Krankenhäuser Brandenburgs, die nicht der TKB (sieben Kliniken) angehören, auf, sich diesem Tarifabschluss anzuschließen.
(Quelle: Marburger Bund, 30.04.2007)
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