Der Marburger Bund (MB) verurteilt entschieden den Versuch der Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern offene Arztstellen durch Mediziner aus Österreich zu besetzen. „Es kann nicht sein, dass Ärzte aus dem Ausland zum Spartarif nun die Lösung für hausgemachte Fehler der Arbeitgeberverbände darstellen sollen. Das ist reine Augenwischerei,“ so Armin Ehl, Hauptgeschäftsführer des Marburger Bund Bundesverbandes.
Der Hauptgeschäftsführer weist daraufhin, dass die fehlende Angleichung der Gehälter auf Westniveau viele Ärzte davon abschreckt, in den neuen Bundesländern zu arbeiten. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum allein der Arbeitsort über erhebliche Gehaltseinbußen für gleiche Arbeitsleistung entscheide. Ein weiterer Grund für die Abwanderung der Ärzte wären zudem die haarsträubenden Blockaden der Krankenhausverwaltungen, Oberärzte in die entsprechende Entgeltstufe einzugruppieren.
Im Osten Deutschlands würden damit die Mediziner teilweise sogar in doppelter Hinsicht um ihr gerechtfertigtes Gehalt betrogen. Ehl: „Die durch die Ärzteflucht entstanden Lücken in der medizinischen Versorgung durch junge Mediziner aus Österreich auffüllen zu wollen, ist definitiv der falsche Weg aus der Krise. Die Arbeitgeber müssen endlich an den richtigen Stellschrauben drehen. Abschaffung der Ost-West Schere und leistungsgerechte Einteilung der Mediziner sind die einzige Lösung, die Attraktivität des Arztberufes nachhaltig zu steigern und offene Stellen langfristig zu besetzen.“
(Quelle: Marburger Bund, 16.04.2007)
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