Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat anlässlich des Internationalen Frauentages (8. März) „männerdominierte Strukturen“ im deutschen Gesundheitswesen angeprangert. Auch im Jahr 2007 seien weibliche Führungskräfte immer noch Mangelware. „Die männerlastige Schlagseite des Gesundheitswesens muss endlich korrigiert werden“, forderte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des MB, Dr. Magdalena Benemann.
Es sei nicht akzeptabel, dass der Anteil der Ärztinnen in Führungspositionen in Krankenhäusern und Universitätskliniken gemessen am starken Zuwachs hoch qualifizierter Medizinerinnen nach wie vor viel zu gering sei. Benemann: „Es ist ein Armutszeugnis für das deutsche Gesundheitswesen, wenn Chefarztpositionen lediglich zu zehn Prozent von Frauen besetzt werden, während in vergleichbaren Ländern wie z.B. Großbritannien dieser Anteil bereits mehr als 20 Prozent beträgt.“
Der Marburger Bund, mit 50.000 weiblichen Mitgliedern auch größter deutscher Ärztinnenverband, forderte von allen Beteiligten mehr Bemühungen, um den Berufseinstieg und die Karriere von Ärztinnen zu fördern. Die Ärztegewerkschaft gebe hierbei mit ihren speziellen Seminaren und einem eigenen Mentorenprogramm wichtige Impulse. Auch die jüngst vom Marburger Bund initiierte Kampagne für ein familienfreundliches Krankenhaus sei ein bedeutender Baustein für die Chancengleichheit der Geschlechter und die Karriereförderung von Frauen im Gesundheitswesen. Familienorientierte Strukturen seien unerlässlich, um Ärztinnen den Einstieg und Aufstieg im Berufsleben zu ermöglichen. „Schließlich kann das deutsche Gesundheitswesen nicht auf das Wissen und Können hoch qualifizierter Ärztinnen verzichten“, so Benemann.
(Quelle: Marburger Bund, 07.03.2007)
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