Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat heute (12. Februar) in Berlin eine bundesweite Kampagne für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Krankenhäusern gestartet. „Wir müssen dieses Thema an oberste Stelle der Agenda setzen, denn mit der Familienfreundlichkeit in deutschen Kliniken liegt es immer noch sehr im Argen“, erklärte der Vorsitzende des Marburger Bundes, Dr. Frank Ulrich Montgomery. Unterstützung findet der MB bei Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen, die die Schirmherrschaft über die Marburger Bund-Kampagne „Für ein familienfreundliches Krankenhaus“ übernommen hat.
Montgomery betonte, dass in einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf „große Potenziale“ im Sinne der Kliniken, der Beschäftigten und der Patienten lägen. Momentan zeichne sich die Arbeitssituation der Ärztinnen und Ärzte durch lange Dienste, mangelnde Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung und fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten aus. Montgomery: „Die mangelhafte Attraktivität des Arztberufes ist – neben der schlechten Bezahlung - ein weiterer gewichtiger Grund für die Mediziner, verstärkt ins Ausland zu gehen.“ Dies sei eine ernsthafte Gefahr für die Aufrechterhaltung einer qualitativ hochwertigen Patientenversorgung in deutschen Krankenhäusern.
Studien belegten, dass mit familienfreundlichen Arbeitsstrukturen die Motivation und Zufriedenheit der Beschäftigten sowie die Wirtschaftlichkeit gesteigert werden können. Dies würde sich letztlich auch auf die Qualität der Patientenversorgung positiv auswirken. „Ein familienfreundliches Krankenhaus ist ein Gewinn für alle – sowohl für den Arbeitgeber als auch das Klinikpersonal und die Patienten“, so Montgomery. Ziel der Marburger Bund-Kampagne sei, den Krankenhäusern praktische Unterstützung und Hilfen für familienfreundliche Strukturen zu geben. „Wir wollen möglichst viele Kliniken für eine Mitarbeit am Marburger Bund-Projekt begeistern.“ Bereits rund 100 Krankenhäuser hätten ihre Bereitschaft signalisiert, sich an der Kampagne des MB für mehr Familienfreundlichkeit zu beteiligen.
(Quelle: Marburger Bund, 12.02.2007)
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