Der Ärzteverband Marburger Bund (MB) kritisiert die vom Gesetzgeber initiierte sogenannte „Unabhängige Patientenberatung Deutschland gGmbH“ (UPD). Diese Instanz habe nach Informationen der Patientenbeauftragten der Bundesregierung das Ziel, ein von Kassen und Leistungserbringern unabhängiges Beratungs- und Informationsangebot vorzuhalten. Der Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery, warnte vor einer „Scheinberatung für Patienten“, da unabhängiger ärztlicher Sachverstand in der UPD nicht vorgesehen sei.
Die UPD ist ein Zusammenschluss aus dem Sozialverband VdK Deutschland, der Verbraucherzentrale Bundesverband und dem Verbund unabhängige Patientenberatung. Der Marburger Bund bedauerte das Fehlen von ärztlichen Institutionen in dieser Kooperation. „Es ist töricht, ärztlichen Sachverstand aus einem Beratungsangebot für Patienten auszublenden“, erklärte Montgomery. Schließlich seien Ärztinnen und Ärzte für die medizinische Versorgung der Patienten und deren Heilungsverlauf entscheidend. Der MB-Chef warnte vor einer politisch gewollten Aufweichung des Patienten-Arzt-Verhältnisses durch Scheinberatungsangebote Dritter.
Die für die UPD vorgesehenen Mittel der gesetzlichen Krankenversicherung in Höhe von jährlich 5,1 Millionen Euro hätte man deshalb besser für die Stärkung der bereits bestehenden und sich bewährten Beratungsangebote eingesetzt. Montgomery hob hierbei den Patientenservice der Landesärztekammern hervor. Diese böten den Patienten u.a. qualitätsgesicherte Informationen zu Krankheitsbildern, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, Hilfen bei der Arzt- und Krankenhauswahl sowie Beratungs- und Schlichtungsangebote bei Behandlungsproblemen.
(Quelle: Marburger Bund, 31.01.2007)
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