"Eine kinderfreundliche Gesellschaft muss endlich den Schutz vor Passivrauch in allen öffentlichen Gebäuden und der Gastronomie gesetzlich festschreiben. Die Gesundheit unserer Kinder sollte allen politisch Verantwortlichen am Herzen liegen", sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe zum morgigen Weltkindertag (20.09.2006).
"Aber auch Eltern müssen ihrer Verantwortung gerecht werden. Wer raucht, schadet sich und vor allem seinem eigenen Kind", warnte Hoppe. Untersuchungen zeigten, dass fast jedes zweite Kind in Deutschland zu Hause dem krebserregenden Tabakrauch ausgesetzt ist und durch das schlechte Vorbild der Eltern zum Rauchen verleitet wird. "Erschreckend ist nach wie vor, dass Jugendliche in Deutschland beim Rauchen den europäischen Spitzenplatz einnehmen", erklärte der Ärztepräsident. Eltern und Kinder müssten deshalb gleichermaßen über die lebensbedrohenden Gefahren des Rauchens und Passivrauchens aufgeklärt werden. "Umfassende und nachhaltige Präventionsmaßnahmen sind unabdingbar und müssen mehr als bisher mit aller Kraft vorangetrieben werden", forderte Hoppe.
Jährlich sterben in Deutschland 3.300 Nichtraucher an den Folgen des Passivrauchens. Noch immer aber sind in Deutschland Gastronomiebetriebe, Diskotheken und die Raucherabteile der Fernreisezüge durch Tabakkonsum stark belastet, wie die neueste Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums zeigt. Besonders hohe Messwerte mit gesundheitsschädlichem Tabakrauch wurden in Diskotheken gemessen, die Treffpunkte von Jugendlichen sind. "Wir dürfen nicht nur über Generationengerechtigkeit reden, wir müssen auch Generationenverantwortung übernehmen", appellierte der Ärztepräsident an die verantwortlichen Politiker.
(Quelle: Bundesärztekammer, 19.09.2006)
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