Nach vier Tagen intensiver Tarifverhandlungen haben sich Marburger Bund (MB) und Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände am Donnerstag (17. August) auf Eckpunkte eines arztspezifischen Tarifvertrages verständigt.
„Wir haben einen eigenständigen Ärzte-Tarifvertrag für die Mediziner an den kommunalen Krankenhäusern vorbereitet, der ein solides Fundament für bessere Arbeitsbedingungen darstellt“, sagte MB-Verhandlungsführer Lutz Hammerschlag. Für eine endgültige Einigung bedürfe es nun der Zustimmung der Großen Tarifkommission und der Mitglieder des Marburger Bundes, die zur Urabstimmung aufgerufen werden. Die seit dem 26. Juni andauernden Streiks würden bis zur endgültigen Unterzeichnung des Tarifvertrages ausgesetzt.
Als Erfolg bezeichnete Hammerschlag die Verbesserung der Ärzteeinkommen. Die Gehaltstabelle liege unter dem Strich auf dem Niveau des Abschlusses an den Universitätskliniken. Im Vergleich zu dem von Verdi abgeschlossenen und Anfang August nachgebesserten Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bedeute der MB-Abschluss deutliche Lohnsteigerungen. So verdiene der Facharzt beim MB-Vertrag im Schnitt rund vier Prozent mehr. Der Assistenzarzt erhalte durchschnittlich über drei Prozent als im Verdi-Vertrag vorgesehen. Die Ärztegewerkschaft habe sich auch mit einer besseren Bezahlung der Bereitschaftsdienste durchsetzen können. Hammerschlag hob u.a. den vereinbarten Bereitschaftsdienstzuschlag an Feiertagen hervor. Lob fand zudem die Verbesserung der Vergütung bei Rufbereitschaften insbesondere für Fachärzte.
Auch im Bereich des Arbeits- und Patientenschutzes gebe es sinnvolle Regelungen. Bei einer Kombination aus Tagesdienst und Bereitschaftsdienst in höchster Belastungsstufe dürfen grundsätzlich maximal 18 Stunden gearbeitet werden. Künftig werde darüber hinaus die Arbeitsbelastung durch objektive Dokumentation transparenter gestaltet. Hammerschlag: „Die Abschaffung überlanger Arbeitszeiten bedeutet bessere Arbeitsbedingungen, mehr Arbeitsschutz und vor allem mehr Sicherheit für die Patienten.“
(Quelle: Marburger Bund, 17.08.2006)
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