Arbeitgeberangebot Mogelpackung
Die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) hat heute (10. Juli) ein Angebot für einen Tarifvertrag für die Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern vorgelegt. Dazu erklärt der Verhandlungsführer des Marburger Bundes (MB), Lutz Hammerschlag:
Die Krankenhausärzte sollen nach dem Angebot der Arbeitgeber zukünftig mehr arbeiten und dafür bis zu 12 Prozent weniger verdienen als ihre Kollegen an den Universitätskliniken.
Schuld daran ist die lange Verweildauer in Gehaltsstufen. Fachärzte müssen ganze vier Jahre auf einen Gehaltsaufstieg warten. Das Angebot ist deshalb eine Mogelpackung, das so nicht akzeptiert werden kann.
Bereinigt man das Arbeitgeberangebot um die langen Verweildauern in den Gehaltsstufen, stellt sich heraus, dass hinter der Offerte der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) steht. Dieser zwischen VKA und Verdi abgeschlossene Tarifvertrag ist ärztefeindlich, da er zu Einkommenseinbußen führt.
Außerdem sind Aspekte des Arbeitsschutzes so gut wie gar nicht berücksichtigt worden. Nach dem Willen der Arbeitgeber sollen überlange Arbeitszeiten zu Lasten der Ärzte, aber auch der Patienten erhalten und zementiert werden. Das kann der Marburger Bund nicht akzeptieren.
Deswegen werden wir bei den Verhandlungen auch weiterhin darauf drängen, dass mit einem arztspezifischen Tarifvertrag bessere Arbeitsbedingungen und angemessene Gehälter erreicht werden. Dafür stehen wir bei den Verhandlungen nach wie vor bereit.
(Quelle: Marburger Bund, 10.07.2006)
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