Montgomery: Absurder und unehrlicher Vorstoß - Die Sparzitrone Krankenhaus ist ausgequetscht!
Zu den Vorstellungen der SPD-Bundestagsfraktion, zur Finanzierung der Gesundheitsreform den Krankenhäusern 1 % ihrer Budgets zu nehmen, sagte Frank Ulrich Montgomery: "Die Zitrone ist ausgequetscht!" 1 % der Budgets würden ca. 500 Mio. Euro im Jahr entsprechen.
Montgomery im Wortlaut: "Angesichts der knappen Finanzlage der meisten Krankenhäuser ist dies ein absurder Vorstoß. Es ist der dreiste Versuch der Geldschöpfung zur Vermeidung dringend nötiger und oft eingeforderter Reformen. Statt endlich die Gesundheitsreform auf der Einnahmenseite zu vollenden, versucht die SPD hier Kostendämpfung in Reinkultur zu betreiben. Dieser Vorstoß ist aber auch unehrlich. Die Krankenhäuser stöhnen unter der Last der Umstellung auf ein neues Finanzierungssystem. Die Einführungsphase des Fallpauschalensystems geht noch bis 2009. In dieser Zeit war den Krankenhäusern Planungssicherheit versprochen. Wie aber soll man eine solche 'Revolution' hinbekommen, wenn die Politik sich andauernd aus den knappen Töpfen bedient? Wer glaubt hier weitere Finanzmittel entziehen zu können, riskiert den Tod der flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung."
Die Krankenhäuser ächzten bereits unter den Strukturveränderungen der letzten 10 Jahre. 10% der Krankenhäuser seien schon geschlossen, über 20% der Betten abgebaut. Die Verweildauer der Patienten in den Krankenhäusern habe sich um ein Drittel verringert und Fallzahlen gleichzeitig um 20% gestiegen.
Verbandschef Montgomery: "Wegen knapper Finanzmittel zahlen die Krankenhäuser die schlechtesten Löhne. Die Leistungsträger der Krankenhäuser verlassen inzwischen Deutschland – aus der Finanznot wird ein Personalnotstand. Trotzdem halten die Krankenhäuser eine Spitzenversorgung für die Bevölkerung aufrecht. Dies gelingt nur deswegen, weil Ärzte und Schwestern, Pfleger und technisches Personal ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit und Zukunft ihren Dienst am Patienten leisten. Die Sparzitrone ist ausgequetscht!"
(Quelle: Marburger Bund, 30.06.2006)
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