Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) haben sich auf den Abschluss eines arztspezifischen Tarifvertrages verständigt.
„Wir haben heute Tarifgeschichte geschrieben“, so der Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery. Zum ersten Mal habe der Marburger Bund einen eigenständigen Tarifvertrag für die Ärzte an den Universitätskliniken erkämpft. Für eine endgültige Einigung bedürfe es nun noch der Zustimmung der Großen Tarifkommission und der Mitglieder des Marburger Bundes, die mittels einer Urabstimmung erfragt werde. Bis dahin werde es eine Streikpause an den Kliniken geben.
Montgomery: „Wir haben vor allem für die jungen Ärzte erhebliche Gehaltszuwächse erreicht.“ Trotzdem sei dem Marburger Bund die Tarifeinigung nicht einfach gefallen. Es sei ein Erfolg, dass das von den Arbeitgebern gestrichene Weihnachts- und Urlaubsgeld wiedergeholt werden konnte. Zudem werde die bereits einseitig hochgesetzte Arbeitszeit nun auch entsprechend vergütet. Als weiteren Erfolg wertete Montgomery eine verbesserte Bezahlung der Bereitschaftsdienste, die an Feiertagen mit einem Zuschlag von 25 Prozent vergütet werden. Auch bei der Rufbereitschaft gebe es vernünftige Regelungen im Sinne der Ärztinnen und Ärzte.
Besonders betonte der Gewerkschaftschef die vom 1. November auf den 1. Juli 2006 vorgezogenen Umsetzung der Einkommenstabelle, die den Ärzten bereits im nächsten Monat erhebliche Einkommenszuwächse bescheren werde. „Vier Monate vorgezogene Gehaltserhöhungen stellen einen richtigen Brocken im Volumen dar“, so Montgomery. Auch beim strittigen Punkt des Geltungsbereiches habe sich der MB durchsetzen können. Alle Ärzte, die in der Patientenversorgung tätig sind, würden vom Tarifvertrag erfasst. Auch seien der Fortbildungsurlaub und das alleinverantwortliche Verhandlungsmandat des MB beim Abschluss von Notlagentarifen gesichert.
Es sei dem Marburger Bund außerordentlich schwer gefallen, einem Tarifvertrag zuzustimmen, der die Ost-West-Schere nicht schließen werde. Die totale Abwehrhaltung der ostdeutschen Finanzminister ließ leider keine bessere Regelung zu. Auch die angestrebte Strukturverbesserung für die Berufsanfänger in der Gehaltstabelle konnte nicht durchgesetzt werden. Wichtig sei aber in diesem Zusammenhang eine vereinbarte Öffnungsklausel, die bessere landesspezifische Regelungen ermögliche.
(Quelle: Marburger Bund, 16.06.2006)
Für Ärzte gibt es weltweilt Jobangebote:
Hier finden Sie Aktuelle Stellenangbote für Ärzte...
Hier können Sie in wenigen, einfachen Schritten eine neue Stellenanzeige aufgeben:
Sie sind schon Kunde bei uns? Dann gelangen Sie hier zu Ihrem Kundenbereich, um ihre Anzeigen zu verwalten oder sich als Arzt zu registrieren.