Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) zeigt sich mit den bisherigen Streiks der Ärzte an den Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern sehr zufrieden.
Seit genau neun Wochen streiken die Hochschulmediziner für einen eigenen Tarifvertrag, der ihnen bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter garantieren soll. „Wir sind stolz auf neun Wochen erfolgreiche Ärzte-Streiks, bei denen wir den Spagat zwischen Arbeitskampf und Verantwortung für unsere Patienten sehr gut hinbekommen haben“, erklärte der Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery.
Erneut kritisierte die Ärztegewerkschaft die Verhandlungstaktik und das letzte Angebot der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Die Arbeitgeber hätten wegen unterschiedlichster Interessen der einzelnen Bundesländer kein abgestimmtes Verhandlungskonzept. Montgomery: „Der Marburger Bund steht keinem einheitlichen Arbeitgeberverband gegenüber, sondern einer Ansammlung politischer Einzelinteressen.“ Hart erarbeitete Verhandlungsgrundlagen seien im Nachhinein immer wieder durch schlechtere Tarifangebote ersetzt worden. So sehe das am 12. Mai in Dresden vorgelegte Angebot der TdL im Kern für die Ärzte deutliche Einkommenskürzungen vor. Einem 29jährigen Berufseinsteiger würde etwa das Gehalt um mehr als 8,5 Prozent gekürzt werden, einem 31jährigen drohten Gehaltsverluste in Höhe von über 2,6 Prozent.
Seit Beginn der Arbeitsniederlegung am 16. März habe die Notfallversorgung der Patienten hervorragend funktioniert. Montgomery: „Der Streik ist auch ein Streik für unsere Patienten, die Anspruch auf ausgeruhte und motivierte Mediziner haben.“ Entgegen anders lautender Vermutungen sei in den neun Streikwochen kein einziger Patient zu Schaden gekommen ist.“ Neben einer Erhöhung der Ärzte-Gehälter auf europäisches Niveau fordert der MB die Abschaffung von Marathonschichten, längere Vertragslaufzeiten, die Vergütung sämtlicher Überstunden und die Einführung von Zeiterfassungssystemen.
(Quelle: Marburger Bund, 18.05.2006)
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