Dr. H. Hellmut Koch, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) hat heute alle Ärztinnen und Ärzte in Bayern aufgerufen, erneut ihren Protest gegen die unhaltbaren Zustände im Gesundheitswesen auf die Straße zu tragen. „Die BLÄK unterstützt den Aufruf der Ärzteverbände zu den geplanten Protesttagen nachdrücklich“.
Die bayerische Ärzteschaft werde in ihren Protesten gegen Spardiktate, Rationierung und Unterfinanzierung nicht nachlassen. Gerade jetzt sei es besonders wichtig, der Politik zu zeigen, dass eine Gesundheitsreform nicht gegen die Ärzte durchgezogen werden könne, erklärte Koch. Staatliche Reglementierung, Rationierung, ökonomischer Druck und die Sorge, die Patienten nicht mehr dem ärztlichen Anspruch gemäß versorgen zu können, haben bereits seit Januar dieses Jahres zehntausende Ärzte mobilisiert. Gemeinsam mit Arzthelferinnen und Patienten seien sie dem Aufruf von über 50 Verbänden gefolgt und haben in vielen Städten ihrem Unmut, ihrer Wut und ihrer Verzweiflung Luft gemacht. Diese gewaltigen Demonstrationen ärztlicher Entschlossenheit hätten die Politik nicht unbeeindruckt gelassen, noch immer hoffe so manch ein Politiker auf ein Erlahmen der Proteste. „Diese Hoffnung werden wir zunichte machen, denn bis Juni werden die Vorschläge der beiden Arbeitsgruppen ‚Gesundheitsreform’ auf dem Tisch liegen“, so Koch weiter.
„Auch den Klinikärzten im Warnstreik, die ihren Unmut über ihre schlechten Arbeitsbedingungen und ihre Unterbezahlung zum Ausdruck bringen, gehört die Solidarität der BLÄK“, sagte Koch. Ein weiterer Kritikpunkt sei hier der „Fortschritt im Schneckentempo“ bei den Tarifverhandlungen.
Daher unterstützt die BLÄK alle ärztlichen Proteste der Verbände aus dem Gesundheitswesen. Die Geschlossenheit und das Potenzial, die sich aus dem täglichen ärztlichen Berufsalltag entwickelt hätten, sollten ebenso wenig unterschätzt werden wie der Wille der Ärztinnen und Ärzte in Krankenhäusern und Praxen, gemeinsam für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der Vergütung und des Ansehens ärztlicher Tätigkeit einzutreten, mahnte der Kammerchef abschließend.
(Quelle: Landesärztekammer Bayern, 05.05.2006)
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