2. Mildred Scheel Cancer Conference der Deutschen Krebshilfe
Forschung ist unerlässlich, um neue Medikamente und wirkungsvollere Therapieverfahren gegen Krebs zu entwickeln. Damit die Forschungsergebnisse dem Patienten rasch zugute kommen, gilt es, das Wissen aus dem Labor zügig in die klinische Praxis zu bringen. Der Weg von der Grundlagenforschung zur Entwicklung neuer Therapieansätze ist daher das zentrale Thema der 2. Mildred Scheel Cancer Conference der Deutschen Krebshilfe. Am 27. und 28. April 2006 stellen international führende Experten auf dem Petersberg bei Bonn ihre neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse vor. Eine zukunftsweisende Perspektive bildet dabei vor allem die „Targeted Therapy“, eine zielgerichtete Krebstherapie.
Individuell auf den Tumor angepasste, maßgeschneiderte Therapiemethoden stehen im Mittelpunkt der Forschung. Sie bilden auch den thematischen Schwerpunkt der 2. Mildred Scheel Cancer Conference der Deutschen Krebshilfe. „Jeder Tumor hat seine eigene molekulare Struktur“, erklärt Professor Dr. Reinhard Büttner. Er ist Mitglied des Fachausschusses ’Forschung’ der Deutschen Krebshilfe und des Organisationskomitees der Mildred Scheel Cancer Conference.. „Mit Hilfe der molekularen Diagnostik können Tumoren heute immer detaillierter entschlüsselt und somit Angriffspunkte für eine zielgerichtete Krebsbehandlung identifiziert werden.“
Beim Brustkrebs beispielsweise wird diese „Targeted Therapy“ in bestimmten Fällen bereits angewandt: Das Medikament Herceptin hemmt ganz gezielt das Wachstum besonders aggressiver Brustkrebszellen. Es dockt an spezielle Strukturen auf der Oberfläche der Krebszellen an und verhindert so, dass die Krebszellen das Signal für Wachstum und Teilung erhalten. „Noch steckt die Targeted Therapy in den Anfängen“, erklärt Büttner. „Doch in Zukunft werden Tumorerkrankungen entsprechend ihren molekularen Zielstrukturen wesentlich individueller und mit genau auf den einzelnen Patienten abgestimmten Therapien behandelt werden. Dadurch steht zu erwarten, dass die Methoden effektiver und zum Teil auch weniger belastend für den Patienten sein werden.“
Durch die Krebsforschung und die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten ist bereits heute viel erreicht worden: Jeder zweite Tumorpatient kann geheilt und die Lebensqualität vieler Betroffener kann deutlich erhöht werden. Mit den Errungenschaften der Genomforschung, der Zellbiologie, der Immunologie und anderer Felder der Grundlagenforschung sind bedeutende Einblicke in die Entstehung und das Wachstum häufiger Krebsformen möglich geworden.
Doch die onkologische Forschung bleibt in Anbetracht sehr unterschiedlicher Tumorarten und Therapie-Erfolge auch weiterhin eine große Herausforderung. „Um weitere Fortschritte in der Krebstherapie zu erzielen, müssen die Grundlagenforschung und die klinische Anwendung stärker vernetzt werden. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, damit die Ergebnisse aus der Forschung rasch dem Patienten zugute kommen“, betont Professor Dr. Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, bei der 2. Mildred Scheel Cancer Conference. Über die Finanzierung der neuen Therapiemethoden werden die Experten im Rahmen einer Podiumsrunde am zweiten Konferenztag diskutieren.
(Quelle: Deutsche Krebshilfe e.V., 27.04.2006)
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