Charité steht vor massiven Ärzte-Streiks.
Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat am 10. April 2006 die Tarifverhandlungen mit dem Vorstand der Charité für die 2200 Ärzte für gescheitert erklärt. „Das letzte Arbeitgeberangebot hat sich bei genauerem Nachrechnen als unannehmbar herausgestellt“, so der MB-Verhandlungsführer, Lutz Hammerschlag. Die Ärztegewerkschaft werde deshalb ab dem 20. April Urabstimmungen unter den Ärzten mit dem Ziel eines unbefristeten Streiks durchführen.
Nach Angaben des Marburger Bundes würde das Arbeitgeberangebot die durch die Übergangsverträge erzielten Einsparungen beim ärztlichen Personal nicht ausgleichen. Hammerschlag: „Die Charité stiehlt den meisten Ärzten seit 2004 rund 12 Prozent ihrer Einkommen.“ Zudem würden seit 2001 keine Gehaltserhöhung und kein Inflationsausgleich gewährt. Auch sei das Gehaltsniveau auf dem Bundes-Angestelltentarifvertrag des Jahres 2002 eingefroren. Mittlerweile würde der durchschnittliche Stundelohn eines Arztes bei 14 Euro liegen. „Wer Ärzte-Streiks in Berlin ernsthaft vermeiden will, darf so eine Mogelpackung nicht unterbreiten“, so Hammerschlag.
Der MB-Verhandlungsführer zeigte sich über das Arbeitgeberangebot deswegen sehr verärgert, weil bei den meisten Punkten Einvernehmen bestand. Hammerschlag: „Eine Einigung war zum Greifen nahe.“ Nur weil die Arbeitgeber bei der Vergütung der Ärzte kein Entgegenkommen signalisierten, mussten die Verhandlungen scheitern.
Dem Marburger Bund sei durchaus bewusst, dass Tarifverträge stets mit Kompromissen enden. „Die Unbeweglichkeit des Charité-Vorstandes hat jedoch die Sinnlosigkeit der Verhandlungen offenbart“, so Hammerschlag. Schuld am Scheitern haben einzig und allein der Vorstand und der Aufsichtsrat der Charité, die mit ihrem Angebot die Ausbeutung ärztlicher Arbeitskraft zementieren wollten.
(Quelle: Marburger Bund, 10.04.2006)
Für Ärzte gibt es weltweilt Jobangebote:
Hier finden Sie Aktuelle Stellenangbote für Ärzte...
Hier können Sie in wenigen, einfachen Schritten eine neue Stellenanzeige aufgeben:
Sie sind schon Kunde bei uns? Dann gelangen Sie hier zu Ihrem Kundenbereich, um ihre Anzeigen zu verwalten oder sich als Arzt zu registrieren.