Marburger Bund verschärft Ärzte-Streiks.
Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat als Konsequenz auf das ergebnislose Sondierungsgespräch mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) verschärfte Ärzte-Streiks an den Universitätskliniken und psychiatrischen Landeskrankenhäusern angekündigt. Seit dem 16. März streiken die Mediziner für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter.
Der 1. Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery, wirft der TdL einen unerträglichen Raubzug bei den Klinikärzten vor. „Die Arbeitgeber haben uns mit der systematischen Nichtvergütung millionenfacher Überstunden, der Streichung des Urlaubsgeldes, der Reduzierung des Weihnachtsgeldes und der Erhöhung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich bereits weit über 30 Prozent unserer Einkommen genommen“, so Montgomery. Das letzte Vergütungsangebot der Arbeitgeber sei eine schamlose Provokation, da es eine weitere Gehaltskürzung insbesondere bei jungen Ärzten um über vier Prozent vorsehe.
Offensichtlich sei der Leidensdruck trotz der streikbedingten millionenschweren Erlösdefizite der Kliniken immer noch nicht groß genug. In den folgenden Tagen und Wochen werde man sich deshalb auf noch schmerzhaftere Aktionen konzentrieren. Unter anderem sollen die Notdienste noch konsequenter umgesetzt sowie die Bezahlung millionenfach unvergüteter Überstunden durch das bundesweite Einreichen von Sammelklagen eingefordert werden. Zudem sollen die Streikaktionen fortan auch verstärkt auf die Bereiche der Forschung und Lehre ausgeweitet werden.
Trotz der verschärften Tarifauseinandersetzung sei der Marburger Bund nach wie vor verhandlungsbereit. Wie lange die Streiks andauern werden, hänge allein von der TdL ab. „Wir sind gesprächsbereit und warten auf Arbeitgeber mit einem deutlich verbesserten Vergütungsangebot im Gepäck“, erklärte Montgomery.
(Quelle: Marburger Bund, 03.04.2006)
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