Marburger Bund fordert besseres Vergütungsangebot
Einen Tag vor der Sondierungsrunde zwischen dem Marburger Bund (MB) und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hat die Ärztegewerkschaft mit der Fortsetzung der Streiks auch in den kommenden Wochen gedroht. „Die 22.000 Ärztinnen und Ärzte an den Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern sind unvermindert streikbereit und eskalationsfähig“, erklärte der Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery. Der Marburger Bund und die Ärzte würden das morgige Sondierungsgespräch sehr ernst nehmen und ein deutlich besseres Verhandlungsangebot der Arbeitgeber erwarten.
Der Druck auf die TdL nehme nach Angaben des MB mit der Dauer der Streiks und den massiven Einnahmeausfällen der Universitätskliniken erheblich zu. So beziffert der Vorstand des Münchener Universitätsklinikums in einem Schreiben an die Klinikdirektoren die täglichen Einbußen aufgrund der Streiks auf bis zu 450.000 Euro. In dem Schreiben habe der Klinikumsvorstand darauf hingewiesen, dass mit Stellensperren und Nichtverlängerung von Arbeitsverträgen auf ein mögliches Nichterreichen der Erlösziele zu reagieren sei. Unlängst habe sich auch das Aachener Universitätsklinikum mit einer „herzlichen Bitte“ an die Ärztinnen und Ärzte gewandt, von Streikmaßnahmen abzusehen.
„Die Streiks werden so lange fortgesetzt, bis der TdL-Vorsitzende Hartmut Möllring seinem Optimismus hinsichtlich einer schnellen Einigung endlich auch Fakten folgen lässt“, stellte Montgomery klar. Für das morgige Sondierungsgespräch erwarte der Gewerkschaftschef ein deutlich verbessertes Angebot für die zukünftige Vergütung der Klinikärzte. Montgomery: „Herr Möllrings Zahlenspiele der vergangenen Tage sind diskussionsunwürdig.“ Sie liefen im besten Fall auf eine Nullrunde, im schlechtesten Fall auf eine Minusrunde für die Ärzte hinaus.
(Quelle: Marburger Bund, 28.03.2006)
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