Politik für Misere der Ärzteschaft hauptverantwortlich.
Anlässlich des nationalen Protesttages der Ärzte am 24. März in Berlin hat der Vorsitzende des Ärzteverbandes Marburger Bund (MB), Dr. Frank Ulrich Montgomery, die Politik heftig kritisiert. „Unsere Probleme sind hausgemacht, nicht die Globalisierung, nicht die Demographie und schon gar nicht der Fortschritt sind die Ursache. Handlungsunwillige, handlungsunfähige, nur auf den Wähler schielende Politiker sind der Kern des Problems.“ Die bisherigen Bundesregierungen seien trotz dringendem Reformbedarfs nicht über patienten- und ärztefeindliche Kostendämpfungsgesetze hinausgekommen.
Montgomery: „Was wir brauchen, ist eine grundlegende Reform des Gesundheitssystems an Haupt und Gliedern. Was wir nicht brauchen sind Politiker, die auf die berechtigten Forderungen der Ärzteschaft allergisch reagieren.“ Die Wahrheit richte sich nicht nach uns, wir müssten uns nach der Wahrheit richten. Der MB-Vorsitzende wies darauf hin, dass die Unterfinanzierung des Gesundheitswesens zur Verschlechterung der ärztlichen Arbeitsbedingungen und der Patientenversorgung geführt habe. „Zehn Jahre Budgetierung, sind zehn Jahre schleichender Sozialabbau, Medizinerfrust und Patientenverunsicherung“, so Montgomery.
Angesichts der anstehenden Beratungen für eine Gesundheitsreform forderte der MB-Chef von der Großen Koalition politische Lösungen, um die Qualität der Patientenversorgung sicherzustellen und den Arztberuf wieder attraktiv zu gestalten.
(Quelle: Marburger Bund, 24.03.2006)
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