Hessen bietet Marburger Bund Tarifverhandlungen an.
Die massiven Ärzte-Streiks an Universitätskliniken zeigen Wirkung: Das Bundesland Hessen, das im Jahr 2004 aus der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) ausgetreten ist, hat dem Marburger Bund Hessen (MB) am späten Freitag Nachmittag (17.03.2006) erstmals ein Angebot zur Aufnahme von Tarifverhandlungen gemacht. Bisher hat das Land stetige Forderungen des MB nach Aufnahme von Verhandlungen rigoros abgelehnt.
Am kommenden Montag werden sich Vertreter des MB-Landesverbandes Hessen und des Bundeslandes Hessen um 10.00 Uhr in Wiesbaden zu Tarifverhandlungen für die rund 2.200 Ärzte an den Universitätskliniken in Gießen und Marburg sowie Frankfurt treffen. Zuvor hatte die Ärztegewerkschaft angekündigt, auch in der kommenden Woche in hessischen Unikliniken Streiks durchzuführen.
Als „klug und umsichtig“ bezeichnete der Vorsitzende des Marburger Bundes, Dr. Frank Ulrich Montgomery, die Aufforderung des Landes Hessen zur Aufnahme von Tarifverhandlungen. „Leider muss man den Arbeitgebern erst mit dem harten Streik-Knüppel drohen, damit bei ihnen die Vernunft einsetzt“, so Montgomery. Er forderte den Hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch auf, dafür zu sorgen, dass die Tarifverhandlungen ohne verzögerndes Vorgeplänkel rasch und ergebnisorientiert im Sinne der Ärzte geführt werden. „Die Zeit des Taktierens, Mauerns und Blockens muss definitiv der Vergangenheit angehören.“
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder, in deren Geltungsbereich der Großteil der 34 Universitätskliniken in Deutschland fallen, ermahnte Montgomery, alsbald ein offizielles Angebot zu unterbreiten, damit die gescheiterten Tarifverhandlungen wiederaufgenommen werden können. „Die Arbeitgeberfront bröckelt und Herr Möllring ist deshalb gut beraten, rasch zu handeln“, so Montgomery an die Adresse des TdL-Vorsitzenden. Der MB kündigte an, dass die bundesweiten Ärzte-Streiks wie geplant in den kommenden Tagen und Wochen in ihrer Intensität zunehmen werden.
(Quelle: Marburger Bund, 17.03.2006)
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