Ärzte-Streiks an Unikliniken ab 16. März geplant.
Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat heute (13. März) ihre zweitägigen Urabstimmungen über die Durchführung von unbefristeten Streiks an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern begonnen. Sollten sich mindestens 75 Prozent der Beteiligten für Streiks aussprechen, würden ab kommenden Donnerstag (16. März) bundesweit Ärzte an Unikliniken und Landeskrankenhäusern, die zur Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) gehören, ihre Arbeit niederlegen. Der Marburger Bund hatte am 9. März die Verhandlungen mit der TdL über einen Ärzte-Tarifvertrag für gescheitert erklärt.
Die Ärztegewerkschaft rechnet mit einer hohen Streikzustimmung seiner Mitglieder bei den Urabstimmungen, die vor Ort in den Kliniken stattfinden. „Die sture Betonkopf-Politik der Arbeitgeber hat die Stimmung unter den Ärzten auf den Siedepunkt getrieben“, erklärte der 1. Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery. Insbesondere bei der Vergütungsfrage habe sich die TdL „konsequent kompromisslos“ gezeigt.
„Mit der Kürzung des Weihnachtsgeldes, der Streichung des Urlaubsgeldes, der Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf bis zu 42 Stunden ohne Lohnausgleich und den millionenfach unbezahlten Überstunden hat Herr Möllring uns bereits weit über 30 Prozent Gehalt gestohlen“, begründete Montgomery die Einkommensforderung der Klinikärzte. Vom Vorsitzenden der TdL verlangen die Ärzte einen Tarifvertrag, der diese Gehaltseinbußen ausgleiche.
Trotz der Streikvorbereitungen signalisierte der Marburger Bund grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft. Montgomery: „Wir sind zu jeder Tages- und Nachtzeit zu Verhandlungen bereit, wenn die Arbeitgeber endlich ernsthafte und arztgerechte Vorschläge für einen Ärzte-Tarif machen.“ Show-Veranstaltungen und Endlosdebatten werde es mit dem MB jedoch nicht mehr geben.
(Quelle: Marburger Bund, 16.03.2006)
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