Mit einer deutlichen Mehrheit von 98,4 Prozent haben sich die Ärzte an den Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern bei den zweitägigen Urabstimmungen des Marburger Bundes (MB) für Streiks ausgesprochen.
Der Hauptgeschäftsführer des MB, Armin Ehl, wertete dieses Ergebnis als „überwältigendes Signal der Ärztinnen und Ärzte, die nicht länger bereit sind, in den Kliniken unter teilweise menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen zu arbeiten.“ Ehl teilte mit, dass die Ärzte-Streiks wie geplant am 16. März starten. Zunächst werden die Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, München, Würzburg, Essen, Bonn, Mainz und Halle betroffen sein. In den folgenden Tagen und Wochen würden die Ärzte-Streiks auf weitere Unikliniken ausgeweitet.
Der Marburger Bund rechtfertigte die Gehaltsforderung der Ärzte mit massiven Einkommenseinbußen der vergangenen Jahre. „Herr Möllring hat uns durch die Kürzung des Weihnachtsgeldes, die Streichung des Urlaubsgeldes, die Erhöhung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich und durch die systematische Nichtvergütung millionenfacher Überstunden bereits weit über 30 Prozent der Gehälter gestohlen“, so Ehl an die Adresse des TdL-Vorsitzenden. Die Tarifverhandlungen seien letztlich am Vergütungsangebot der Arbeitgeber gescheitert, „das eine schamlose Verhöhnung der hart arbeitenden Ärzte darstellte.“ Nicht etwa mehr Geld sollte es nach Willen der TdL geben, sondern weitere Gehaltskürzungen.
Der Hauptgeschäftsführer der Ärztegewerkschaft wies darauf hin, dass durch die anstehenden Streiks kein Patient Schaden erleiden werde, da eine Notfallversorgung gesichert sei. Lediglich planbare Operationen und medizinische Leistungen würden auf spätere Termine verschoben.
Der MB betonte, dass es allein an der TdL liege, wie lange die Ärzte-Streiks andauern werden. Ehl: „Wir verlangen ernsthafte und arztgerechte Vorschläge für einen raschen Abschluss eines Tarifvertrages für die 22.000 Ärzte an den Unikliniken.“ Sinnloses Beisammensein und Beschäftigungstherapie für TdL-Funktionäre werde es mit dem Marburger Bund nicht mehr geben.
(Quelle: Marburger Bund, 15.03.2006)
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